Der Vorstand des angeschlagenen Druckmaschinenherstellers Manroland will die Belegschaft im größten Werk Augsburg am heutigen Freitag gegen Mittag über die Zukunft des Unternehmens informieren. Zu der zweistündigen Betriebsversammlung würden alle 2.400 Beschäftigten des Standortes erwartet, sagte ein Sprecher. Erst anschließend soll die Öffentlichkeit per Pressemitteilung unterrichtet werden. Eine Pressekonferenz sei nicht geplant.
Manroland schreibt operativ rote Zahlen
Manroland schreibt operativ rote Zahlen. Das Unternehmen beschäftigt 6500 Mitarbeiter, im Jahr 2006 waren es 8750. In Augsburg sind 2400 Frauen und Männer für Manroland tätig. Hier sitzt der Rollendruckbereich, in dem Maschinen für Zeitungshäuser produziert werden. Dieser Markt gestaltet sich immer problematischer. Abgesehen von stabilen Nachfrageländern wie Deutschland sind die Aufträge in für Manroland zentralen Staaten wie den USA weggebrochen. Zudem schwächelt der chinesische Markt.
Hinzu kommt eine strukturelle Krise. Der Wirtschaftszweig kämpft mit der Digitalisierung der Medien und damit dem Siegeszug des Internets. Aber auch im Bogenbereich, der in Offenbach zu Hause ist, gibt es Probleme. Hier arbeitet Manroland mit kleineren Kunden zusammen, die etwa Werbebroschüren drucken. Einige der Firmen bekämen von Banken nicht genügend Kapital für die Anschaffung neuer Maschinen, heißt es. Daher verwundert es nicht, dass Manroland nach einem starken Investor sucht, was sich aber schwieriger gestaltet als gedacht.
Die drei führenden Unternehmen der Druckmaschinenindustrie kommen aus Deutschland. Hinter dem ebenfalls kriselnden Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen AG rangieren Manroland und die Würzburger Firma Koenig & Bauer auf dem zweiten Platz. AZ/dpa