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Mit Farbe und Respekt

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Mit Farbe und Respekt

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    Graffiti Sprayer kamen am Wochenende von weit her nach Augsburg, um beim Projekt Schwabenwand dabei zu sein. Darunter Daniel Tröster, Simon Pustlauk, Frank Kunze (hinten v. l.) und Ronny Gruner. Foto: Michael Hochgemuth
    Graffiti Sprayer kamen am Wochenende von weit her nach Augsburg, um beim Projekt Schwabenwand dabei zu sein. Darunter Daniel Tröster, Simon Pustlauk, Frank Kunze (hinten v. l.) und Ronny Gruner. Foto: Michael Hochgemuth Foto: Michael Hochgemuth

    Sprayer aus Berlin, Zwickau, Nürnberg, Regensburg, München und sogar Linz sind der Einladung nach Augsburg gefolgt. Insgesamt besprühen etwa 40 Männer und zwei Frauen die frisch gestrichenen Wände der "Hall of Fame" in der Haunstetterstraße, Ecke Rumplerstraße. Nosher, so der Künstlername, ist aus Linz angereist. "Ich fahre öfter zu solchen Veranstaltungen, aber nicht bei allen gibt es so eine freundschaftliche Atmosphäre wie hier", sagt der 25-jährige Student anerkennend.

    Nicht selten, so erzählt ein Augsburger Sprayer mit dem Künstlernamen Kuse, gäbe es nämlich auch Ärger zwischen den Malern. Wenn einer dem anderen ins Bild malt zum Beispiel. Oder auch einfach nur Konkurrenzdenken. Am Schlimmsten aber sei es, wenn man ein Graffiti übermalt, obwohl man es nicht besser kann. "Respekt ist ganz wichtig in unserer Szene", erklärt Kuse. Ein Graffiti übermalt nur, wer weiß, dass er es überbieten kann.

    Das schlägt sich nicht zuletzt auch in der Flächenverteilung an diesem Wochenende nieder: Auf der "King Line", der Wand der Unterführung, die am Tageslicht ist, dürfen nur die erfahrenen und besten Maler ihr Werk vollbringen. Dort stehen sie mit Schutzmasken auf Leitern und feilen nach sechs Stunden Arbeit noch an Einzelheiten. Einer von ihnen ist Robert aus Augsburg. Er pflegt einen eher fotorealistischen Stil, wie er sagt. Und er sprayt seit 14 Jahren. Seinen Gorilla vergleicht er ganz genau mit dem Foto, damit auch jeder Farbstrich richtig sitzt. Der 32-jährige Kommunikationsdesigner hat die Komposition des Graffitis Tage vorher mit seinem Malerkollegen besprochen und skizziert. "Graffiti ist mehr oder weniger mein Leben", sagt er. Denn er sprayt nicht nur privat, sondern auch beruflich, wenn er Auftragsarbeiten anfertigt.

    Eines aber ist klar: "Man malt entweder für sich, oder für die Szene", sagt Kuse. Denn schon morgen könnte das Werk wieder übersprüht sein. Dann bleibt nur ein Foto als Erinnerung. Die Sprayer fotografieren deshalb immer ihre eigenen sowie die Bilder der anderen, um auch danach noch stolz sein zu können.

    Im Internet

    Ab Mittwoch gibt es die neuesten Graffitis der Sprayer immer aktualisiert auf

    augsburger-allgemeine.de

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