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27. Januar 2010 21:55 Uhr

Augsburg

Nachtschwärmer feiern Ende des "Döner-Verbots"

Nach dem Aus für das "Döner-Verbot" in Augsburg sind die Anwohner entsetzt. Derweil haben Nachtschwärmer die Entscheidung gefeiert - mit einem Döneressen um ein Uhr nachts auf der Maximilianstraße. Von Stefan Krog

Döner Verbot
Foto: Ruth Ploessel

Lange ließen sie nicht auf sich warten: Den Wegfall des "Döner-Verbots" haben Nachtschwärmer gleich in der Nacht auf Mittwoch gefeiert - mit einem Döneressen um ein Uhr nachts auf der Maximilianstraße. "Der Döner kann wieder raus", so Francesco Bruno, Sprecher der Interessengemeinschaft Junge Innenstadt. Sogar in die auflagenstärkste finnische Zeitung, "Helsingin Sanomat", schaffte es der Döner-Streit.

Anwohner sind derweil entsetzt. "Wenn jetzt morgens die Klubs zumachen, kommen schlagartig 100 Leute, die einen Döner wollen. Und die Leute haben keine Ahnung, wie das für Menschen ist, die oben schlafen", klagt ein Anwohner.

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Doch die Stadt macht schon klar: Es wird etwas passieren. Bei der Stadtratsmehrheit, nämlich CSU und Pro Augsburg, war man am Mittwoch damit beschäftigt, zu überlegen, wie man auf den Urteilsspruch des Verwaltungsgerichtshofs reagiert. Die Frage, ob es auf eine Sperrzeit hinausläuft oder nicht, ist die entscheidende, doch festlegen will man sich noch nicht. "Wir wollen das in aller Ruhe analysieren", sagt CSU-Fraktions-Chef Bernd Kränzle.

Die wöchentliche Fraktionssitzung am Dienstagabend sei ruhig verlaufen, wobei mindestens zwei CSU-Stadträte, Volker Ullrich und Maxstraßen-Gastronom Leo Dietz, eine Sperrzeit bereits für Unsinn erklärt haben. Das Verhalten der CSU ist deswegen so interessant, weil die Fraktion Ordnungsreferent Walter Böhm (CSU) in Sachen Sperrzeit schon einmal ausgebremst hatte.

Doch diesmal hat auch OB Kurt Gribl (CSU) eine Sperrzeit für möglich erklärt. Zuallererst will die CSU abwarten, was der Runde Tisch, an dem Stadt, Polizei, Anwohner und Nachtschwärmer sitzen, zu der Entscheidung des Gerichts sagt.

Beim Koalitionspartner Pro Augsburg sieht man das ähnlich. "Wir wollen uns das Urteil in Ruhe anschauen", so Fraktions-Chefin Beate Schabert-Zeidler. Das Urteil werde aber Konsequenzen haben müssen. "Jetzt einfach nichts zu tun, geht nicht." Untersucht werden müsse die Rolle des Verkehrs, die laut Gutachten eine große Rolle bei der Lärmbelastung spielt. Aber natürlich sei auch das Thema Nachtleben von Interesse.

Kritik an den Überlegungen für eine Sperrzeit kommt von der Opposition. Die SPD hat ihre Ablehnung schon deutlich gemacht. Die Grünen legten gestern nach. "Jetzt die Maxstraße per Sperrzeitverlängerung in den Tiefschlaf zu versetzen, wird weder unserer Stadt noch den Menschen gerecht", so Stadträtin Verena von Mutius. Die Grünen betonen die Rolle des Autoverkehrs beim Lärm in der Maximilianstraße.

Stadtrat Alexander Süßmair von den Linken sieht eine Sperrzeit als "allerletztes Mittel". Die Stadt könne nicht Freiheiten der Bürger einschränken, um eigene Versäumnisse zu beseitigen. Stefan Krog

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