Sonntag, 19. Mai 2013

05. Mai 2012 12:13 Uhr

Festival

Pianist möbelt die Mozartiade auf

Der Hamburger Sebastian Knauer präsentiert als neuer künstlerischer Leiter im September ein Nachfolgeformat unter dem trendigen Titel „mozart@augsburg“ Von Sybille Schiller

Die Mozartiade wird neu erfunden. Das Festival heißt jetzt trendig „mozart@augsburg“. Unter diesem Label werden vom 1. bis 9. September fünf Konzerte im Kleinen Goldenen Saal, in evangelisch St. Ulrich und im Herrenhaus Bannacker stattfinden. Festival-Geschäftsführer ist Johannes Boecker, Vorstand von „Amadeus Freunde der Mozartiade“. Er setzt damit den Schlussakkord unter die von Bernhard Häußler ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „Mozartiade – Schwäbischer Musiksommer“.

Als künstlerischer Leiter für das Nachfolgeformat mozart@augsburg hat sich der Hamburger Pianist Sebastian Knauer (geb. 1971) empfohlen. Boecker hat dessen Vorstellungen aufgegriffen. Der Hamburger Sebastian Knauer, gern gesehener Klaviervirtuose auf Konzertpodien in Europa und den USA, erklärt seine Motivation, sich in Augsburg für die kommenden Jahre engagieren zu wollen, folgendermaßen: „Ich möchte in der Stadt, die ich selbst schon als wunderbaren Musizierort erlebt habe und mit meinen Beziehungen zu internationalen Künstlern, ein neues Festival aufbauen.“

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Beste Beziehungen ermöglichen ein hochkarätiges Programm

Knauers beste Beziehungen plus die finanzielle Unterstützung großzügiger Sponsoren – für 2012 stehen rund 50000 Euro zur Verfügung – ermöglichten ihm, für September ein hochkarätiges Programm zusammenzustellen. Zu den Unterstützern dafür gehören außer solventen Privatpersonen und dem ehemaligen Mozartiade-Förderkreis auch die Würzburger Binnen- Schifffahrtsgesellschaft MSG eG sowie die Rhein-Main-Donau AG.

Auf der seit Kurzem verfügbaren Internetadresse ist zu lesen, dass Sir Roger Norrington und das Zürcher Kammerorchester, das Emerson String Quartet aus New York, dann das in den USA zum Duo des Jahres 2012 gekürte Paar David Finckel (Cello) und Wu Han (Klavier) sowie der Geiger Daniel Hope, dessen Duo-Partner Sebastian Knauer ist, in Augsburg auftreten werden. Knauer selbst wird in vier der fünf Konzerte am Flügel sitzen. Dazu gehört auch das Lese-Konzert „Mozart am Bosporus – Der Mythos Orient im klassischen Wien“ mit der Schauspielerin Hannelore Elsner im Herrenhaus Bannacker. In allen Konzerten wird aber nicht Mozart pur geboten, zu Gehör kommen auch Kompositionen u. a. von Bach, Beethoven, Schumann und Brahms.

Im Augsburger Festivalbüro in der Bahnhofstraße 5 laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Sowohl Sebastian Knauer wie Johannes Boecker sehen sich mit ihrem Angebot keineswegs in Konkurrenz zu bereits bestehenden Augsburger Formaten, die aufgrund der vor Ort ausgebrochenen Biennale-Diskussion alle heftig ums Überleben kämpfen. Kulturamtschef Thomas Weitzel äußert sich zurückhaltend: „Die Idee mozart@augsburg ist ambitioniert, und da hochkarätige Künstler angefragt sind, wird das der Mozartstadt gut anstehen.“

Dennoch sei zu hinterfragen, ob sich die neue Marke in die Augsburger Kulturlandschaft einfüge, ohne dass es zu einer Kannibalisierung etwa um Sponsorengelder komme. Weiter überlegt Weitzel, wie sich dieses Mozart-Festival im Zusammenhang mit einer durchstrukturierten Markenpolitik für die deutsche Mozartstadt Augsburg als einer Dachmarke darstelle. Bisher sei es nämlich oft zu Irritationen gekommen hinsichtlich der Fülle von Zuständigkeiten, angefangen mit dem Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart über das Mozartfest bis hin zur Mozartiade.

Geklärt werden können diese Fragen erst, wenn das erste Festival mozart@augsburg erfolgreich abgeschlossen sein wird. Doch es gibt bereits für die nächsten zwei Jahre eine detaillierte Planung. „Das Konzertangebot könnte dann auch verdoppelt werden“, erklärt der künstlerische Leiter Sebastian Knauer. Zum Beispiel möchte er den Schauspieler Klaus Maria Brandauer einladen. 2013 heiße der Untertitel für mozart@augsburg „Good (old) friends“. Diese guten (alten) Freunde stehen alle im Adressbüchlein von Festivalleiter Sebastian Knauer.

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