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Stadion: Politik will FCA aus dem Vertrag entbinden

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Politik will FCA aus dem Vertrag entbinden

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    Bekommt das Fußballstadion eine Fassade, die der FCA bauen muss? Darüber wird heute im Stadtrat abgestimmt.
    Bekommt das Fußballstadion eine Fassade, die der FCA bauen muss? Darüber wird heute im Stadtrat abgestimmt. Foto: Foto: Silvio Wyszengrad

    Die Stadt Augsburg wird den FCA aus dem Vertrag entbinden, eine Außenfassade an der Impuls-Arena zu errichten. Der politische Beschluss fällt heute Abend hinter verschlossenen Türen im Stadtrat. Es wird von einer großen Mehrheit getragen. Gegenstimmen dürften aus den Reihen der Grünen kommen. Das ergab eine Nachfrage unserer Zeitung bei den Fraktionen.

    Weil es um Vertragsinhalte geht, wird das Thema als erster Tagesordnungspunkt in der nicht öffentlichen Sitzung behandelt.

    Bürgermeister Hermann Weber (CSU) sagte gestern: „Ich bin überzeugt, dass eine Mehrheit im Stadtrat der Vertragsänderung zustimmt.“ Vor den Medien bestätigte Weber gestern, was unsere Zeitung bereits berichtet hatte. Bei den Vertragsinhalten, die zwischen Stadt und FCA ausgehandelt wurden, geht es unter anderem um den Bau von zwei oder drei Trainingsplätzen, die direkt an der Impuls-Arena entstehen sollen. „Das Grundstück gehört der Stadt, aber der FCA muss die Plätze aus Eigenmitteln errichten“, so Weber. Er gehe von einer Investition von mehr als einer Million Euro aus.

    Sollte der FCA aus dem Vertrag entbunden werden, könnte die Stadt möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt die Fassade bauen. Auch dies bestätigte Weber. Die Stadt könnte sich in diesem Fall mit einem Partner arrangieren. Geprüft werde derzeit von der Verwaltung, ob eine Solarfassade möglich ist.

    So bewerten einzelne Fraktionen die Ausgangslage:

    CSU Fraktionschef Bernd Kränzle warb zuletzt um Geschlossenheit. Der Vertragsänderung soll zugestimmt werden. Die Geschlossenheit ist gegeben. Die CSU werde der städtischen Beschlussvorlage zustimmen, sagte Kränzle gestern.

    Pro AugsburgFraktionschefin Beate Schabert-Zeidler sagt, dass bei einer Vertragsänderung für die Stadt etwas Positives herauskommen müsse. Dies geschehe speziell im Jugend- und Breitensport. Auch die angedachte Werbemöglichkeit auf der noch zu bauenden Fassade sei ein positiver Nebeneffekt.

    SPD Fraktionschef Stefan Kiefer sagt: „Wir werden der Vertragsänderung zustimmen. Ich gehe davon aus, dass dies bei der SPD einstimmig sein wird. Wir sehen den Sinn einer Fassade sehr wohl, nach wie vor, aber auch die Situation des FCA. Die Situation ist nicht einfach, aber wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen.“

    Grüne Eine Entlassung des FC Augsburg aus der vertraglichen Pflicht zum Bau einer Fassade sehen die Grünen kritisch. Fraktionschef Reiner Erben deutete zuletzt an, dass seine Fraktion wohl gegen die Vertragsänderung stimmen werde. Geht es nach den Grünen, soll das Datum für den Bau der Fassade um zwei weitere Jahre verschoben werden. „So kämen wir dem FCA entgegen.“ Stark machen sich die Grünen für die Solarfassade: „Damit wird ein deutliches Zeichen für Klimaschutz und erneuerbare Energien gesetzt.“ Die Parkplatzflächen können aus Sicht der Grünen überdacht werden und als großes Solarfeld genutzt werden.

    Freie Wähler Fraktionschefin Rose-Marie Kranzfelder-Poth signalisiert Zustimmung für die Vertragsänderung. Allerdings erwarte sie eine Gegenleistung vom FCA. Das Jugendsportzentrum sei ein solcher Beitrag. Kranzfelder-Poth erinnert daran, „dass der FCA nun mal einen Vertrag unterschrieben hat und sich verpflichtete, dieFassadezubauen.“ Jetzt – bedingt durch den sportlichen Erfolg des FCA – komme die Politik wohl nicht aus, dem Bundesligisten entgegenzukommen. „Es ist durchaus eine ungute Situation.“

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