Die City Initiative Augsburg (CIA), die Max11 in sechs Wochen veranstalten wollte, hatte das Straßenfest am Dienstag völlig unerwartet abgesagt. CIA-Chef Heinz Stinglwagner begründete das Aus mit neuen Sicherheitsauflagen, die vom Ordnungsreferat gekommen seien. "Wir haben den neuen Bescheid zugestellt bekommen, der weitere Auflagen enthielt. Das hat uns vollkommen kalt erwischt“, sagte er. Das seien im Detail viele einzelne Posten gewesen – angefangen von der Notbeleuchtung bis zum privaten Sicherheitsdienst. Damit sei das Maxfest für die CIA "nicht mehr darstellbar, weder organisatorisch noch finanziell.“
Aber wie überraschend waren die Sicherheitsauflagen nun wirklich? Die Augsburger Polizei jedenfalls will sich den schwarzen Peter nicht zuschieben lassen. "Über das Sicherheitskonzept für Max11 wurde im Februar mit allen Beteiligten gesprochen", sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Dabei sei es aber nicht um Schlussfolgerungen aus der Loveparade-Katastrophe gegangen, sondern um Konsequenzen aus Max10. Damals hatten rund 165.000 Menschen in der Innenstadt gefeiert. Vereinbart wurde bei dem Gespräch im Februar, den Bereich Herkulesbrunnen zu entschärfen, indem dort mehr Freiraum für die Besucher geschaffen wird. Dafür sollten einige Buden an anderer Stelle aufgebaut werden.
Weitere Verschärfungen seien seitdem von der Polizei nicht verlangt worden. "Wir haben im Mai lediglich eine einzige Sache nachgefordert", sagt Hartmann. Die Polizei habe nämlich gebeten sicherzustellen, dass Besucher des Maxfestes per Lautsprecher erreicht werden können. Mehr nicht. "Auch dass die Brunnen entsprechend gesichert werden müssen, war seit November 2010 bekannt", so der Polizeisprecher.
Unterdessen kämpfen viele tausend Fans weiter um den Erhalt des größten Straßenfestes Schwabens. Und auch der Augsburger Szene-Gastwirt Harald Winderl, der die Maxfeste 2003 initiiert hatte, will das Aus für Max11 nicht hinnehmen. "Wenn es tatsächlich nur am Geld liegt, können wir das ändern", sagte er gegenüber augsburger-allgemeine.de - und erklärte sich bereit, 25.000 Euro zu Max11 beizusteuern. Damit sollten die laut CIA notwendigen Mehrausgaben für die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bezahlt werden.
Eine Reaktion der Stadt auf das Angebot gab es zunächst nicht. bo