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01. März 2009 21:35 Uhr

Augsburg

Rauchverbot nur Schall und Rauch

In einigen Augsburger Lokalen wird wieder gequalmt, in anderen nicht, in weiteren manchmal. Die Stadt kontrolliert nicht, ob sich die Wirte an das noch gültige Nichtraucherschutzgesetz halten. Von Jörg Heinzle und Christian Mühlhause

Das Rauchverbot soll in Bayern wieder gelockert werden.

Von Jörg Heinzle und Christian Mühlhause

Augsburg - In Augsburger Lokalen herrscht - was das Rauchen angeht - wieder Freiheit. In einigen wird wieder gequalmt, in anderen nicht, in weiteren manchmal, ergab ein Rundgang am Wochenende. Die Stadt kontrolliert nicht, ob sich die Wirte an das noch gültige Nichtraucherschutzgesetz halten.

"Die Kontrollen gestalten sich sehr schwierig", so Ordnungsreferent Walter Böhm (CSU). Grund: In den vergangenen Monaten sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, die Regelung sei wieder gelockert worden. Die Wirte können sich also auf einen sogenannten "Verbotsirrtum" berufen. Bis das gelockerte Gesetz in Bayern in Kraft tritt - vermutlich im Sommer - will die Stadt daher generell auf Kontrollen in den Gaststätten verzichten.

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Scharf überwacht wurde der Nichtraucherschutz ohnehin nie. Die Stadt hat dazu auch keine Kapazitäten: Es gibt in Augsburg im Unterschied zu anderen Städten derzeit keinen Außendienst im Bereich der Gaststättenaufsicht.

Mit Unverständnis reagiert Leo Dietz, Inhaber von Peaches und Deeds, auf Böhms Haltung. "Wie kann ein Ordnungsreferent erklären, dass es zwar ein Gesetz gibt, er sich aber nicht für die Überwachung zuständig fühlt. Hier werden rechtsfreie Räume geschaffen", schimpft er über seinen Parteifreund (Dietz ist für die CSU im Stadtrat).

Dietz beklagt Wettbewerbsverzerrung. In seinen Lokalen bleibt das Verbot auch über den Sommer hinaus bestehen. "Wir haben unsere Stammkunden, unter denen auch starke Raucher sind, gefragt und die wollen es beibehalten." Gut finden dies auch Monika und Sabrina, die in Dietz' Kneipe Corso einen Cocktail genießen. "Mich stört der Qualm sehr", sagt Sabrina. Karten für Raucherclubs haben sie trotzdem. "Was soll man machen, wenn die Freunde dort hingehen und die Musik in dem Laden gut ist?", meint Monika schulterzuckend.

Einen anderen Weg hat Oliver Weisse von der Rio Bar gewählt. Er hat sein Lokal zum Raucherclub erklärt, der über 3000 Mitglieder hat. "Sonst wäre ich längst pleite. Zum Glück wird das Gesetz wieder gelockert. Bei meiner Einraumkneipe entfällt dann wenigstens der Papierkram." Dicht gedrängt stehen die Gäste in der Bar. Die Luft ist stickig, was auch die Raucherinnen Katharina und Camilla stört. "Es ist absurd, dass man in kleinen Kneipen rauchen darf, wo der Qualm steht und in großen, wo er sich verteilt, nicht", beklagen die Frauen.

Einen Mittelweg hat der Thorbräukeller gewählt. "Wir haben einen abgetrennten Bereich, in dem geraucht werden darf. Zudem ist es bei geschlossenen Veranstaltungen erlaubt", erläutert Geschäftsführerin Conny Avdic.

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