Baubeginn war im Frühjahr, gestern wurde Richtfest gefeiert. Der Neubau ist notwendig, um einer Wohnungsnot bei Studenten vorzubeugen. Derzeit ist der Versorgungsgrad mit Wohnheimplätzen in Augsburg mit elf Prozent einer der niedrigsten in Bayern.
Schon seit 20 Jahren gibt es Pläne für das Wohnheim an der Bürgermeister-Ulrich-Straße, wie Doris Schneider, Geschäftsführerin des Studentenwerks, erinnerte. Das Projekt sei aber ein echter Hürdenlauf gewesen. Unter anderem drohte das Wohnheim an einem Baumarkt und später an einer lauten Werks-halle in der Nachbarschaft zu scheitern, beides Vorhaben, die dann nicht realisiert wurden.
Eine große Hilfe war laut Schneider die Immobilien Freistaat Bayern. Sie stellte den notwendigen Flächenausgleich für die Bebauung her. Auf 13 500 Quadratmetern wird ein Biotop geschaffen.
Eine ökologische Bauweise, eine gute städtebauliche Einbindung und Erweiterungsmöglichkeiten um weitere 100 Wohnplätze waren wichtige Kriterien beim Architektenwettbewerb. Der nun realisierten Entwurf des Stuttgarter Büros "Drei Architekten" erfüllt laut Preisgericht diese Vorgaben.
Für die Architekten sind drei Ziele im neuen Studentendorf wichtig, wie Kai Haag erläuterte: ein guter Schallschutz zu Straße hin, eine Bebauung, die Identität beim Wohnen schafft, und ein Konzept, das in einem zweiten Bauabschnitt problemlos erweitert werden kann. Aus acht Gebäuden entsteht ein Studentendorf mit vielen begrünten Innenhöfen unterschiedlicher Größe, die eine Abstufung von öffentlicher zu privater Nutzung erlauben.
Der Bau wird staatlich gefördert. Der Freistaat habe auf die steigenden Studentenzahlen schon früh mit einem Ausbauprogramm reagiert, erinnerte Ministerialrat Gottfried Weiß von der Obersten Baubehörde. Zum Studium gehöre auch eine angemessene und bezahlbare Unterkunft. Gerade für junge Leute mit wenig Geld sei die Wohnungssuche nicht einfach. Und auch Studenten, die aus dem Ausland kommen, brauchen Unterkünfte.
Die Uni wächst und wächst
Diese Einschätzung teilt der amtierende Unipräsident Alois Loidl. Auch er erwartet mit dem doppelten Abiturjahrgang und der Aussetzung der Wehrpflicht ab dem kommenden Jahr viele zusätzliche Studienanfänger.
Mit rund 20 000 Studierenden nähere sich der schwäbische Hochschulstandort Augsburg einer internationalen Größenordnung.