„Der Spaltpilz in der CSU heißt Ruck und es ist höchste Zeit, dem ein Ende zu setzen“, heißt es in einem Brief Hohenhaus, der als scharfer Kritiker Rucks gilt.
Beobachter sehen in dem 66-Jährigen, der auch Präsident des Bayerischen Bundes der Steuerzahler ist, einen Strippenzieher, der die Wiederwahl des Kreisverbandsvorsitzenden West, Tobias Schley, und die anschließende Delegiertenwahl für den Bezirksparteitag organisierte. Der Abend gilt als schwere Niederlage für den Bundestagsabgeordneten Ruck.
In dem Schreiben, das der AZ vorliegt, listet Hohenhau eine ganze Reihe Vorwürfe gegen den Bezirksparteichef auf. So wirft er Ruck vor, seit seiner Wahl 2009 versucht zu haben, Tobias Schley öffentlich herabzuwürdigen. Zudem habe der Bundestagsabgeordnete den Versuch unterstützt, den Augsburger CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle zu entmachten. Weiter heißt es: „Im Ortsverband Univiertel versuchte Ruck mit Hilfe von 40 russischen Neumitgliedern, die zum großen Teil gar nicht in Augsburg wohnten, den langjährigen Ortsvorsitzenden Kautz zum Rückzug zu drängen.“
In der Diskussion um die umstrittene Delegiertenwahl im Kreisverband West nimmt Hohenhau ebenfalls Stellung: „Im Vorfeld wurden in den Ortsverbänden systematisch Schley-freundliche, verdiente alte Parteimitglieder als Delegierte abserviert. So unter anderem der stellvertretende Kreisvorsitzende der CSU, Gerhard Schmid in Göggingen, die Kreisschriftführerin der CSU, Conny Mayr in Pfersee, die im Übrigen durch das Parteineumitglied Sigrid Einfalt (Freundin des Oberbürgermeisters) ersetzt wurde, und viele andere mehr.“
Am Ende seines Schreibens bezeichnet es Hohenhau als „fatalen Irrtum“, dass er Ruck über Jahrzehnte unterstützt habe. „Die Delegierten im Kreisverband West haben durch ihr eindeutiges Votum zu erkennen gegeben, dass sie sich die Augsburger CSU der Zukunft anders vorstellen“, heißt es. (mrk)