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Bilanz: Stadtsparkasse erwirtschaftet 68 Millionen Euro

Bilanz

Stadtsparkasse erwirtschaftet 68 Millionen Euro

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    Der Vorstand der Stadtsparkasse ist zufrieden mit der Bilanz: (von links) Dr. Walter Eschle, Cornelia Kollmer und Rolf Settelmeier.
    Der Vorstand der Stadtsparkasse ist zufrieden mit der Bilanz: (von links) Dr. Walter Eschle, Cornelia Kollmer und Rolf Settelmeier. Foto: Stadtsparkasse

    Es gab wahrlich schon angenehmere Zeiten für Banken: Der Euro wackelt, die Märkte reagieren sensibel und viele Kunden sind seit der Finanzkrise skeptisch, was ihre Geldanlage angeht. Wenn jetzt auch noch der Schatten der Vergangenheit die Bilanz trübt, verheißt das nichts Gutes für die Bank. Und wenn sich dann auch noch die Eigentümer an den Gewinnen bedienen wollen, steht die Katastrophe unmittelbar bevor. Möchte man meinen.

    Der Stadtsparkasse Augsburg ist im Jahr 2011 genau das passiert. Doch von Wehklagen und Untergangsstimmung war gestern bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen keine Spur. Im Gegenteil. Sparkassenchef Rolf Settelmeier sprach von einem „Ausnahmeergebnis“. Die Stadtsparkasse hat 2011 rund 68,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 3,6 Millionen Euro mehr als im ohnehin schon guten Vorjahr. Unter dem Strich allerdings blieb der Stadtsparkasse etwas weniger Geld als 2010. Denn der Schatten der Vergangenheit – die Beteiligungen an der BayernLB und der Berliner Landesbank – ging auch an Schwabens größter Bank nicht spurlos vorüber. Insgesamt neun Millionen Euro musste sie abschreiben. Dennoch blieb Spielraum, um einen Gewinn von sechs Millionen Euro an die beiden Eigentümer Friedberg und Augsburg abzuführen. Dank der guten Ergebnisse, auch in den vergangenen Jahren, könne die Bank diese Ausschüttung gut stemmen, erklärte Settelmeier.

    Knapp 26 Millionen Euro von ihrem Jahresüberschuss hat die Stadtsparkasse zurücklegen können. Diese Zuführung zum Kernkapital ist wichtig, weil die Bankenaufsicht im Zuge einer strengeren Regulierung eine höhere Ausstattung der Institute mit Eigenkapital fordert. Die Stadtsparkasse hat die gesetzlich vorgeschriebene Quote von acht Prozent mit 14,7 Prozent bereits jetzt deutlich übertroffen.

    Zu dem guten Ergebnis im Jahr 2011 hat laut Vorstand vor allem die deutliche Zunahme im Kreditgeschäft beigetragen. Dessen Volumen ist um 11,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro gestiegen. Sowohl Unternehmen als auch Privatleute liehen sich zunehmend Geld, um zu investieren oder Immobilien zu finanzieren, hieß es. Leicht zurückgegangen ist der Gesamtwert der Kundeneinlagen – eine Folge der geringen Zinssätze. Wie Vorstandsmitglied Cornelia Kollmer berichtete, setzten die Privatkunden in Zeiten unsicherer Märkte vor allem auf kurzfristige Anlagen wie Geldmarktkonten. Hier konnte die Stadtsparkasse ihr Geschäft ausbauen. Zugelegt hat das Institut auch bei den Privatgirokonten, deren Zahl um 1300 zugenommen hat. Wertpapiere seien laut Vorstandsmitglied Dr. Walter Eschle bei vielen Kunden nach wie vor wichtiger Bestandteil des Anlagenmixes. „Die Kunden legen aber Wert auf Sicherheit“, so Eschle.

    Auch für 2012 ist man bei der Stadtsparkasse zuversichtlich – trotz der anhaltenden Eurokrise. „Es wird nicht mehr sehr gut, aber wieder ein gutes Jahr werden“, sagte Settelmeier voraus. Ob seine Bank auch erneut Gewinne an die Eigentümer ausschüttet, ist unklar. Bislang handele es sich um einen einmaligen Vorgang, betonte der Sparkassenchef. Der Verwaltungsrat hat die Gewinnbeteiligung für 2011 bereits abgesegnet. Im Juli soll abschließend darüber entschieden werden.

    Sicher ist dagegen, dass sich die Sparkasse auch 2012 mit dem Thema Landesbank befassen muss. Bislang habe man einen „zweistelligen Millionenbetrag, der über 20 Millionen“ liegt, für die Verluste aufbringen müssen, erklärte Settelmeier. Der „Großteil der Risiken“ sei damit verarbeitet. Noch unklar ist, wie hoch die von der EU-Kommission geforderte Beteiligung der Sparkassen an der Rettung der Landesbank ausfallen wird. Settelmeier rechnet damit, dass die Stadtsparkasse für den geforderten Kauf der Landesbausparkassse und der zusätzlichen Beteiligung an der BayernLB jeweils einen zweistelligen Millionenbetrag zahlen muss. Im Gegensatz zu den Abschreibungen wäre dieses Geld aber nicht verloren.

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