Samstag, 18. Mai 2013

13. April 2012 08:22 Uhr

Flughafen Augsburg

Strafanzeige läuft wohl ins Leere

Der Anwalt der Hubschrauber-Gegner erhebt wegen eines angeblichen Schwarzbaus auf dem Flughafengelände massive Vorwürfe. Doch er liegt daneben.

Es gibt weiter Ärger um den Augsburger Flughafen.
Foto: Anne Wall

Der Rechtsanwalt Wolfgang Baumann hat vorige Woche Strafanzeige gegen die Stadt Augsburg erstattet und die Staatsanwaltschaft aufgefordert, Büros der Augsburger Stadtverwaltung zu durchsuchen.  Der Streit dreht sich um die Ansiedlung der Firma Heli Aviation, die auf dem  Flughafen  Hubschrauberschulungen anbietet. Die Firma baut auf dem Gelände des Flughafens  ein neues Schulungszentrum. Außerdem nutzt Heli Aviation ein kleineres Gebäude, das in der Nähe des Towers steht. Und dieses Gebäude, so der Vorwurf des Anwalts, sei vermutlich ein Schwarzbau – ohne Genehmigung auf dem Grund der Stadt Augsburg errichtet. Um die Hintergründe dieses Falls zu klären, schreibt Wolfgang Baumann an die Staatsanwaltschaft, müssten die Ermittler bei der Stadtverwaltung durchsuchen.

Doch der Rechtsanwalt, der Anwohner des Flughafens vertritt, irrt ganz offensichtlich. Das Gebäude, ein einstöckiger Zweckbau mit Wellblechfassade, stehe gar nicht auf Augsburger Gemarkung, sagt der ehemalige Flughafen-Geschäftsführer Johann Tischer. Die Stadt Augsburg sei somit überhaupt nicht zuständig – und habe mit der Genehmigung nichts zu tun. Vor diesem Hintergrund, sagt Tischer, sei die Strafanzeige „sehr peinlich“. Das Heli-Aviation-Gebäude wurde bereits vor Jahren errichtet und liegt im Gebiet der Nachbargemeinde Affing. Die Grenze zwischen Augsburg und Affing verläuft mitten durchs Flughafengelände.

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Johann Tischer sagt, das Gebäude sei seinerzeit von der Fluggesellschaft Augsburg Airways gebaut worden. Die Piloten wurden dort an einem Flugsimulator geschult. Beim Bau sei seines Wissens damals alles mit rechten Dingen zugegangen, sagt Johann Tischer. Das Landratsamt des Kreises Aichach-Friedberg habe dafür grünes Licht gegeben.

Bei der Stadt Augsburg sieht man sich zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. „Die Strafanzeige ist aus unserer Sicht unberechtigt“, sagt Mark Dominik Hoppe, Jurist im Baureferat der Stadtverwaltung.  

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