In Rosenheim ist durch ein Unwetter am Wochenende das Trinkwasser verunreinigt worden. Die Bürger müssen nun vorsorglich ihr Wasser vor dem Verzehr abkochen. Da die Regenfälle am Sonntag derart stark waren, ist Regenwasser von außen in den Versorgungsbrunnen eingetreten.
Wir haben bei den Augsburger Stadtwerken nachgefragt, ob eine solche Gefahr bei Starkregen auch in der Stadt besteht:
"In Augsburg haben wir Grundwasserbrunnen, das heißt wir holen das Wasser von ganz tief unten", erklärt Jürgen Fergg, Pressesprecher der Stadtwerke. "Da ist die Gefahr, dass bei Unwettern der Regen bis ins Grundwasser kommt geringer", erklärt er. Tendenziell sei durch den Klimawandel der extreme Starkregen aber viel häufiger geworden und es könne somit inzwischen überall vorkommen, dass der Boden das Wasser nicht mehr filtern kann. Dadurch können Keime ins Grundwasser gelangen.
Gut gewappnet
In Augsburg sei man jedoch besonders gut gewappnet: "Wir haben als wohl einzige Stadt in Bayern ein Frühwarnsystem. Wir messen den Niederschlag und den Grundwasserpegel. So können wir schnell und gezielt entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen", sagt Fergg. Zum Beispiel einen einzelnen Brunnen abschalten oder die UV-Desinfektionsanlage zuschalten, die Keime zuverlässig abtötet.
In Augsburg sei es dadurch seiner Erinnerung nach nie zu einem Fall von verkeimten Trinkwasser gekommen. Natürlich hänge das Risiko auch von den regionalen Gegebenheiten ab, also beispielsweise ob ein Trinkwasserbrunnen erhöht oder im Tal liegt.