Sonntag, 4. Dezember 2016

09. Januar 2013 14:50 Uhr

Augsburg

Überfütterter Hund: Prozess um dicke Daisy vorläufig eingestellt

Der Herzton war vor lauter Fett nicht mehr zu hören. Ein älteres Ehepaar sollte in Augsburg vor Gericht, weil sie ihren Pekinesenmischling Daisy überfüttert haben.

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Der Prozess sollte am Donnerstag in Augsburg beginnen. Doch laut einer Mitteilung des Augsburger Amtsgerichts wurde das Verfahren gegen das Ehepaar vorläufig eingestellt. "Das Verfahren wird endgültig eingestellt werden, sollten die Angeklagten die Auflage (jeweils 80 Stunden gemeinnützige Arbeit) erfüllen", heißt es in der Pressemitteilung.

Der 71-jährige Hundehalter und seine 69 Jahre alte Ehefrau sollten eigentlich wegen Tierquälerei vor Gericht. Zuvor hatten sie Strafbefehle wegen Tierquälerei und - im Fall der Frau - auch wegen Beleidigung und Bedrohung erhalten. Sie soll den warnenden Veterinär als «Mensch ohne Herz» verunglimpft und mit dem «Abfackeln» seiner Praxis gedroht haben. Da die Halter der Hundedame die Strafbefehle ursprünglich nicht akzeptierten, sollte verhandelt werden.

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Dem Ehepaar wird vorgeworfen, seine Pekinesenmischlingsdame «Daisy» auf etwa 19 Kilogramm angefüttert haben soll - bei einem Normalgewicht von rund sechs Kilo. Dass das Ganze an die Öffentlichkeit kam, ist das Verdienst einer aufmerksamen Nachbarin: Claudia Bayerl hat das Schicksal von Hündin «Daisy» jahrelang beobachtet und schließlich dafür gesorgt, dass sich der Amtstierarzt der Sache annahm.

Daisy hat fast zehn Kilo abgespeckt

Daisy indes ist gerettet - dank Bayerls Einsatz: «Irgendwann haben sie mir Daisy dann doch »zur Entsorgung» überlassen, nachdem mir vorher die Frau schon mal eine geknallt hat», sagte die Geschäftsführerin einer Marketingagentur.

Nach einem Tierarztbesuch, bei dem bei «Daisy» aufgrund ihrer Fettleibigkeit nicht mal mehr ein Herzton festzustellen war, brachte Bayerl den Hund mit strenger Diät und Training im wahrsten Sinn wieder auf die Beine: «Heute ist Daisy eine glückliche Hundedame und hat fast 10 Kilogramm abgespeckt», sagt Bayerl.

Nicht nur für Hunde setzt sie sich auch mit ihrer 2007 gegründeten Aktion «Schutz für Tiere» ein. «Man kann alleine nichts machen», sagt sie. Es passiere nichts, wenn jemand sein Tier misshandele. «Das müssen wir ändern.» Auf der Internetseite www.schutz-fuer-tiere.de können Tierfreunde Misshandlungen melden. dpa/AZ

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