Trotz wochenlanger Studentenproteste bleibt es dabei: Die Uni Augsburg wird ihre Studiengebühren nicht senken. Die Studenten sind enttäuscht - denn in anderen Städten wird die Campus-Maut reduziert. Von Eva Maria Knab

Trotz wochenlanger Studentenproteste bleibt es dabei: Die Uni Augsburg wird ihre Studiengebühren von 480 Euro ab dem Sommersemester 2010 nicht weiter senken. Das entschied am Donnerstag die erweiterte Universitätsleitung.
Kurz zur Erinnerung: Eine von vielen Forderungen im bundesweiten Bildungsstreik war, die umstrittene Campus-Maut zu reduzieren beziehungsweise abzuschaffen. In Augsburg hatte die Unileitung zwar die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Studienbeiträge bis auf 400 Euro abzusenken. Die Entscheidung darüber wurde aber auf die einzelnen Fakultäten abgewälzt. Am Donnerstag wurde nun im wichtigsten Entscheidungsorgan, der erweiterten Universitätsleitung, abgestimmt. Eine große Mehrheit habe sich dort gegen niedrigere Studiengebühren ausgesprochen, teilte Pressereferent Claudius Wiedemann nach der Sitzung mit.
Nach Auffassung der Dekane hätte es einen extremen Verwaltungsaufwand bedeutet, wenn die einzelnen Fakultäten unterschiedliche Studienbeiträge erhoben hätten. Da viele Studenten fakultätsübergreifend betreut werden, wäre eine Verrechnung der Gelder äußerst schwierig. Auch wollten die Dekane nur dann auf Studienbeiträge verzichten, wenn für die Ausfälle komplett der Freistaat aufgekommen wäre. Ihr Argument: Viele Stellen in der Lehre seien inzwischen über Studienbeiträge finanziert. Wenn aber weniger Geld zur Verfügung stehe, müsse gerade das verbesserte Lehrangebot für Studenten wieder gekürzt werden.
Nach der neuesten Statistik ist von den 15.000 Studenten der Uni Augsburg inzwischen mehr als ein Drittel aus verschiedenen Gründen von den Studiengebühren befreit. Die anderen zwei Drittel müssen weiter ihre Campus-Maut fast in gewohnter Höhe bezahlen. Ab dem Sommersemester sinkt der Betrag lediglich um 20 Euro auf 480 Euro. Diesen minimalen Abschlag hatte die Uni bereits vor Monaten beschlossen, also vor dem Bildungsstreik.
Enttäuscht über Entscheidung
Enttäuscht reagierten gestern Studenten aus dem Protestlager. "Ich bedauere die Entscheidung", so Sprecher Mathias Fiedler. An der Uni Bamberg sei es gelungen, die Studienbeiträge um 100 Euro zu reduzieren. Die Frage sei, warum das in Augsburg nicht möglich ist. Aktivisten des Bildungsstreiks wollen sich nun bei der Unileitung informieren, welche Fortschritte bei anderen Forderungen gemacht werden, etwa wie der Reform der Bachelor-Studiengänge. Am 11. Februar soll es ein Gespräch geben. von Eva Maria Knab
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