Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Augsburg: Vladislav schafft mit 15 Jahren ein 1,0-Abitur

Augsburg

Vladislav schafft mit 15 Jahren ein 1,0-Abitur

  • |
  • |
  • |
    Vladislav Mikhailov  hat mit 15 Jahren ein 1,0-Abitur am Holbein-Gymnasium gemacht.
    Vladislav Mikhailov hat mit 15 Jahren ein 1,0-Abitur am Holbein-Gymnasium gemacht. Foto: Anne Wall

    Bei einem ist sich Vladislav Mikhailov sicher: „Wenn ich jetzt erst in der neunten Klasse wäre, würde ich mich langweilen“, erklärt er, mit leiser Stimme, aber bestimmt. Er hat am Holbein-Gymnasium gerade sein Abitur gemacht – und das mit 15 Jahren. Seine Note: 1,0.

    Uni-Luft hat er auch schon geschnuppert

    Am liebsten mag Vladislav Mathematik, Physik und Chemie. Der hochbegabte Teenager begeistert sich allgemein für die Naturwissenschaften: „Sie haben eine enge Verbindung zum Alltag und helfen zu verstehen“, findet er. Aber nicht nur in diesen Fächern gab er sein Bestes: „Ich habe immer so lange gelernt, bis ich das Gefühl hatte, alles zu wissen.“

    Für Vladislav, dessen Eltern aus Russland stammen, ist seine Begabung eigentlich nichts Besonderes. Sie machte ihn auch nicht zum Außenseiter. Schließlich saß er nicht nur über seinen Büchern, sondern engagierte sich auch, zum Beispiel als Klassensprecher und Schülersprecher. Dazu ist er noch musisch begabt: Er spielt seit seinem fünften Lebensjahr Klavier und hat damit beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ Preise gewonnen. Genauso gern führt er Experimente durch. Uni-Luft schnupperte Vladislav ebenfalls schon: Er absolvierte ein Frühstudium der Mathematik an der Universität Augsburg.

    Schon als kleines Kind war er extrem wissbegierig

    Seinen Eltern wurde früh klar, dass ihr einziger Sohn hochbegabt ist. Der Vater Sergey Mikhailov, der am Institut für Physik an der Universität Augsburg arbeitet, erzählt: „Er war sehr aktiv, wollte alles wissen und ausprobieren.“ Laut der Mutter Nadja Savostianova, einer Mathematikerin, konnte er schon als kleines Kind unter anderem zwischen klassischer und moderner Musik unterscheiden.

    Als er mit sechs Jahren eingeschult wurde, konnte er bereits lesen, schreiben und rechnen. Daher stufte man ihn gleich in die zweite Klasse hoch. Schon ein halbes Jahr später wurde Vladislav in die dritte Klasse versetzt. Ein Test am Psychologischen Institut der Universität Tübingen hatte damals festgestellt, dass er hochbegabt ist.

    Kurz darauf zog die Familie von Deutschland nach Schweden: Dort übersprang er nochmals zwei Klassen. Als sie einige Jahre später wieder nach Deutschland, nach Augsburg zog, ging Vladislav aufs Holbein-Gymnasium. Dort musste er zuerst in die sechste Klasse, da er in Deutsch und Französisch Aufholbedarf hatte. Doch nach einem halben Jahr konnte er in die siebte Klasse versetzt werden.

    „Ich bin es gewohnt, unter Älteren zu sein“

    Dass er ein paar Jahre jünger als seine Klassenkameraden ist, macht dem 15-Jährigen nichts aus: „Das war kein Problem, ich bin es ja von Anfang an gewohnt gewesen, unter Älteren zu sein“, sagt er. Im Herbst, wenn er auf die Universität geht, wird er wieder einer der Jüngsten sein. Für einen Studiengang hat er sich noch nicht entschieden. Infrage kommen Physik sowie Wirtschaft und Recht.

    Auf seinem bisherigen Weg bekam der hochbegabte Junge vielfältige Unterstützung. So ist er seit diesem Jahr Stipendiat bei „Talent im Land“, einem Programm des bayerischen Kultusministeriums und der Robert-Bosch-Stiftung zur Förderung begabter Schüler mit Migrationshintergrund. Auch nahm er am Förderprogramm „Jugend aktiv“ teil, das hochbegabten Abiturienten mit Coachings und Seminaren bei der Studien- und Lebensplanung weiterhelfen möchte.

    Auch das Fernsehen ist auf ihn aufmerksam geworden: Galileo, das Wissensmagazin von Pro7, besuchte Vladislav im Juni und drehte mit ihm zu Hause und in der Schule.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden