Es war Freitagabend exakt um 21.49 Uhr, als das Ergebnis verkündet wurde: Volker Ullrich ist CSU-Bundestagskandidat. Der 37-Jährige setzte sich erwartungsgemäß gegen Rainer Schaal, 46, durch. Nach seiner Nominierung durch die Delegierten spricht fast alles dafür, dass der jetzige Ordnungsreferent ab Herbst im Bundestag sitzt und den amtierenden CSU-Bundestagsabgeordneten Christian Ruck beerbt. Zu deutlich waren in der Vergangenheit die Erfolge der CSU-Kandidaten im Wahlkreis.
Bereits vor der Nominierung hieß es, dass es für Ullrich wohl schwerer sein dürfte, sich gegen den CSU-Mitbewerber Rainer Schaal zu behaupten, als dann bei der Bundestagswahl am 22. September gegen die politischen Gegner. Das mit Spannung erwartete Ergebnis fiel Freitagabend wie folgt aus: 160 Delegierten waren anwesend. Abgegeben wurden 159 Stimmen, auf Ullrich entfielen 82, auf Schaal 75. Zwei Stimmen waren ungültig.
Ullrich: In Berlin für Belange Augsburgs und Königsbrunns stark machen
In einer ersten Reaktion sagte Bundestagskandidat Ullrich unmittelbar nach der Nominierung, dass „ich natürlich jetzt antrete, um auch ein erfolgreicher Abgeordneter zu werden“. Er wolle sich in Berlin für die Belange Augsburgs und Königsbrunns stark machen, „und da kann ich auch mal unbequem werden“. Inhaltlich wolle er sich für eine aktive Wirtschafts- und Forschungspolitik einsetzen, um damit auch die Region Augsburg entsprechend zu fördern.
Wahlverlierer Schaal nahm das Ergebnis gelassen auf: „Ich werde unvermindert engagiert weiterarbeiten.“ Der städtische Umweltreferent wird in wenigen Monaten aller Voraussicht nach ein doppeltes Arbeitspensum zu absolvieren haben. Sollte Ullrich den Sprung nach Berlin schaffen, wird Schaal bis Ende der Legislaturperiode (30. April 2014) auch das Ordnungsreferat betreuen.
Der scheidende Bundestagsabgeordnete Christian Ruck, der nach 23 Jahren im Bundestag nicht mehr kandidiert, erstattete Freitagabend einen Rechenschaftsbericht. Für sein Agieren auf der politischen Bühne gab es von den Delegierten starken Beifall. Nach dem Abschied von der Politik wird Ruck mit einem Teil der Familie in den Kongo gehen.