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Manroland: Vom Weltkonzern zum Mittelständler

Manroland

Vom Weltkonzern zum Mittelständler

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    Der Druckmaschinenhersteller Manroland stellte am 25.11.2011 in Augsburg Insolvenzantrag. Seitdem wird versucht, das Unternehmen zu retten. Foto: Hendrik Schmidt dpa
    Der Druckmaschinenhersteller Manroland stellte am 25.11.2011 in Augsburg Insolvenzantrag. Seitdem wird versucht, das Unternehmen zu retten. Foto: Hendrik Schmidt dpa

    Plötzlich ist der Kollege weg. Der Mitarbeiter im Raum nebenan. Und auch der junge Mann an der Maschine ganz vorne musste gehen. Es ist leer geworden in den Räumen des Druckmaschinenherstellers Manroland. Mehr als 3000 Menschen haben einmal am Standort Augsburg gearbeitet, zuletzt waren es noch 2400. Jetzt sind viele dieser Arbeitsplätze verwaist, ganze Büros stehen leer. Der Abbau von etwa einem Drittel der Stellen macht sich aber nicht nur räumlich bemerkbar.

    Vieles läuft noch nicht rund im Betrieb. „Bestimmte Vorgänge sind einfach kein Selbstläufer mehr“, sagt Betriebsratschef Jürgen Bänsch. Das hat auch Robert H. erfahren müssen. Der 48-Jährige ist in der Qualitätssicherung tätig. Etwa die Hälfte seiner Kollegen in der Abteilung mussten gehen. „Jetzt müssen die Aufgaben erst wieder neu verteilt werden.“ Und zwar möglichst schnell. Der neue Geschäftsführer, Uwe Lüders von der Lübecker Possehl-Gruppe, will noch in diesem Jahr wieder in die schwarzen Zahlen kommen.

    Hinzu kommt, dass während der Insolvenz etliche Aufträge liegen geblieben seien, berichtet Bänsch. Will man die Kunden nicht verprellen, müssten die Bestellungen rasch abgearbeitet werden. Auch Robert H. hat seit dem Abschied seiner Kollegen in der Qualitätssicherung deutlich mehr zu tun, sagt er. „Die Leute müssen ja irgendwie ersetzt werden.“ Möglich sei sogar, so Bänsch, dass die verbliebenen Mitarbeiter Überstunden und Sonderschichten schieben müssten. „Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir dauerhaft auf hohem Niveau produzieren werden.“ Es sei lediglich ein kurzzeitiges Hoch, verursacht durch den Auftragsstau in den vergangenen Wochen.

    Doch von heute auf morgen wird die Umstellung nicht gelingen. „Es wird sicherlich ein halbes Jahr dauern, bis sich alles eingespielt hat“, glaubt Bänsch. Einige Abteilungen seien fast komplett verschwunden. Die Poststelle zum Beispiel. Deren Aufgaben werden vorübergehend von anderen Bereichen wahrgenommen. „Aber das ist keine Dauerlösung“, sagt der Betriebsratschef.

    In seinem Büro hängen derzeit große Pläne, auf denen die Werkhallen skizziert und einzelne Maschinen bunt markiert sind. Es ist ein erster Versuch eines Raumkonzepts, um die Arbeitsplätze neu zu strukturieren. Die Räumlichkeiten sollen in den kommenden Monaten den verringerten Kapazitäten angepasst werden. Maschinen werden verschwinden, andere neu platziert, Büroarbeitsplätze werden verlegt, Schreibtische verschoben. Alle Hallen und Gebäude wird man künftig mit nur noch 1500 Mann nicht mehr brauchen, glaubt Bänsch.

    Auch in den Köpfen der Mitarbeiter wird sich ein Wandel vollziehen. „Wir müssen lernen, dass wir nicht mehr in einem Konzern tätig sind“, sagt Bänsch. Dass nicht mehr wie zuletzt 6400 Manroländer in der ganzen Welt tätig sind, dass es nicht mehr für jeden Arbeitsschritt einen Funktionsbereich gibt. Dass man künftig vielleicht mehr im Ganzen denken müsse, „hemdsärmeliger“ agiere und mittelständischer denke, sagt der Betriebsratschef.

    Ein langjähriger Mitarbeiter von Manroland erzählt auf "Seite 35.anroland

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