Der Widerstand gegen das geplante Restwasserkraftwerk am Hochablass ist ungebrochen. Das zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung, initiiert von der Aktionsgemeinschaft Hochzoll, mit 120 interessierten Teilnehmern im Holzerbau. Umweltreferent Rainer Schaal stellte dort zusammen mit Vertretern des Tiefbauamtes und der Stadtwerke die aktuelle städtische Position dar.
Skeptisch äußerten sich dazu nicht nur Umwelt- beziehungsweise Naturschützer, sondern auch Stadträte während der Veranstaltung. SPD-Stadträtin Lis Grose etwa monierte, dass der Grundsatzbeschluss für das Kraftwerk „ohne Detailinformation“ erfolgt war. Der aktuelle Kenntnisstand sei ein anderer als der, mit dem sie seinerzeit zugestimmt habe.
Sollten sich die Baukosten von zehn auf zwölf Millionen Euro erhöhen, wovon aktuell ausgegangen werde, sinke die Wirtschaftlichkeit der Anlage weiter. Zweifel hat Lis Grose auch daran, dass ein 2,5 Meter breiter Weg von 50 Metern Länge für die Baustellenfahrzeuge ausreichen werde. Sorgen bereitet ihr ferner das Pegeldiagramm, wonach der Hochablass nur noch an „höchstens 80 Tagen“ im Jahr überflutet sein wird. Und ein Hochablass ohne Wasservorhang sei wie ein Dom ohne Messe. Deshalb müsse das Thema nochmals in den Stadtratsgremien aufgerollt werden und dürfe nicht nur dem Aufsichtsrat der Stadtwerke vorgelegt werden.
Nach dreistündiger Diskussion war der Holzerbau noch immer gut gefüllt. Die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Melitta Schuster, wollte es von den verbliebenen Besuchern deshalb genauer wissen und schritt zur Abstimmung. Das Ergebnis: Kein Kraftwerk wollten 39 der Anwesenden. 20 stimmten für eine „Modifikation“ der Pläne. „Ja, es soll gebaut werden“, sagten drei der Besucher.
Stadtwerke-Projektleiter Anton Asam betonte, der Standort am Hochablass biete eine der wenigen Gelegenheiten in Augsburg, um zusätzliche regenerative Energie zu gewinnen. Umweltreferent Rainer Schaal sieht das geplante Kraftwerk als Chance, einen dezentralen Beitrag zur geforderten Energiewende zu leisten. (sil)