Die meisten haben es schon erlebt: Man trifft sich zum geselligen Beisammensein auf dem Plärrer und trinkt das ein oder andere Bier. Der Abend wird immer lustiger und das Bier vielleicht immer mehr. Und am nächsten Morgen erhält man die Quittung: einen heftigen Kater. Der umgangssprachliche Begriff für die Leiden nach zu viel Alkoholgenuss wird häufig benutzt - doch was ist eigentlich ein Kater?
Dr. Markus Beck ist Allgemeinmediziner in Augsburg und Vorsitzender des Ärztlichen Bezirksverbands Schwaben. Er erklärt, was ein Kater ist, wie man ihn mildern kann und ob man Bier schlechter verträgt als Schnaps.
Was ist eigentlich ein Kater?
Beck: Ein Kater ist grob gesagt eine Alkoholvergiftung. Wenn die aufs Nervensystem geht, dann folgen Kopfschmerzen und Schwindel. Auf den Magen hat die Vergiftung Erbrechen zur Folge. Zusätzliche Entwässerung durch vermehrte Toilettengänge oder Erbrechen verstärken den Kater.
Wann sollten die Nachwehen wieder verschwunden sein?
Beck: Wie lange man an den Alkoholfolgen am nächsten Tag leidet, liegt an der individuellen Veranlagung. Meistens sind es ein paar Stunden, bei manchen aber auch bis zu zwei Tage. Frauen reagieren eher mit Übelkeit, Männer mit Kopfschmerzen.
Verträgt man als geübter Trinker mehr?
Beck: Gewohnte Trinker haben weniger Katererscheinungen - der Körper hat sich wohl an die Vergiftung gewöhnt. Das ist aber nicht erstrebenswert, im Gegenteil: Jeder, der mal einen richtigen Kater hatte, kann dankbar sein. Durch diese Lebenserfahrung erspart man seinem Körper viel Leid.
Wie kann man Schlimmeres für den nächsten Tag vermeiden?
Beck: Ganz wichtig: Regelmäßig genug Antialkoholisches trinken. Außerdem kann man vorher fettreich oder etwas mit Kohlenhydraten essen, der enthaltene Zucker verringert die Folgen ebenfalls.
Also stimmt der Spruch, viel Wasser zu trinken?
Beck: Ja. Alles, was verdünnt, verringert die Katerwirkung.
Macht Bier einen schlimmeren Kater als Schnaps?
Beck: Das kann man so nicht sagen, jeder reagiert sowieso anders. Generell entscheidet aber die Menge des reinen Alkohols. Für eine gewisse Menge Schnaps muss man im Normalfall ein Vielfaches an Bier trinken, um dieselbe Alkoholmenge zu haben. Entscheidend ist die Konzentration und die Schnelligkeit beim Trinken.
Kann ich auch viel durcheinander trinken, ohne dass es den Kater verschlimmert?
Beck: Bei ein paar Pausen zwischen den Getränken schon. Gefährlich werden meistens nur Schnapsrunden am Ende des Abends. Bevor mein Kopf den ersten Schnaps realisiert, leere ich schon den nächsten runter. Diese hohe Konzentration schadet definitv.
Wenn es dann doch mal zu viel Alkohol war: Was kann ich gegen den Kater tun?
Beck: Auch dann gilt viel trinken. Je nachdem wie es dem Magen geht, kann man Kleinigkeiten essen. Da bieten sich Bananen oder Brot an. Oder etwas Gekochtes, das wird leichter aufgenommen. Wenn der Kater ganz schlimm ist: kein Licht, keine körperliche Belastung und Schmerzmittel. Die gängigen Kopfschmerztabletten eignen sich. Bei Übelkeit bietet sich ein Gel an, das die Magensäure bindet. Wenn es einem besser geht, kann man ein bisschen spazieren gehen.
Wie viele Kater verträgt man in seinem Leben?
Gut zu wissen: So viele Kalorien haben Bier, Wein und Co.
Beck: So wenige wie möglich würde ich raten. Alkohol ist immer noch ein Suchtmittel, das Schäden verursacht. Und bei jedem Kater geht etwas im Kopf kaputt.