Die aktuelle Inszenierung der „Fledermaus“ am Augsburger Theater wird eifrig diskutiert. Dies macht offenbar auch über die Grenzen der Stadt hinaus neugierig: Bei der jüngsten Aufführung saß auch Jan Philipp Gloger im Publikum. Theaterinteressierte bringen ihn noch mit seinen Inszenierungen von „Clavigo“ (2008), „Prinz Friedrich von Homburg“ (2009) und „Le nozze di Figaro“ (2010) in Verbindung. Der Figaro war damals Glogers erste Oper. Inzwischen hat der 30-Jährige eine gute Karriere hingelegt: Seit Herbst vergangenen Jahres ist er Leitender Regisseur am Staatstheater Mainz, bei den Bayreuther Festspielen inszeniert er dieses Jahr die Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“.
Wer nun hofft, eine neue Inszenierung in Augsburg könnte ein Grund für Glogers Besuch in der Stadt gewesen sein, wird enttäuscht: „Für diese Spielzeit ist nichts in Planung und über die nächste zu reden, wäre reine Spekulation“, sagt Theater-Sprecher Philipp Peters. Mal ganz davon abgesehen, dass Gloger für Augsburger Verhältnisse inzwischen wohl etwas zu teuer geworden sein dürfte...
Ein Wiedersehen gibt es dagegen mit Schauspieler Michael Stange, der bis 2010 festes Ensemblemitglied in Augsburg war. Eine große Rolle hatte er unter anderem in „Motortown“. Nach Ablauf der Spielzeit verließ er die Stadt. In dieser Saison nun kommt er als Gast zurück: Er spielt den „Schweizer“ in Schillers „Räuber“, die am 11. Februar Premiere haben. Der 34-jährige Stange lebt in der Zwischenzeit übrigens in Köln.
Nach fast 40 Jahren ging es in die Großstadt
Dieter Goertz hat sich eine andere Großstadt als neuen Wohnsitz ausgesucht: Im Dezember zog er nach Berlin. Ausschlaggebend war die Kultur, allerdings nicht im Sinne eines festen Engagements: „Meine Frau und ich wollten einfach das riesige Angebot genießen, das es hier gibt. Da wir ohnehin von Gersthofen wegziehen wollten, entschlossen wir uns, einen richtigen Schnitt zu machen.“ Nun genießen Dieter und ChristineGoertz ihren Ruhestand und ihre neue (Miet-)Wohnung in Berlin-Mitte. „Vom Fenster aus sehen wir die Bundesdruckerei und alles ist zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“
Fast 40 Jahre lang – von 1973 an – lebte Goertz in Augsburg. Bis 2001 gehörte der gebürtige Danziger zum Ensemble des Theaters Augsburg. Auch derzeit ist er noch zu sehen: in der Inszenierung „Die Ermittlung“, die im Justizpalast gespielt wird und wegen des Erfolgs schon einmal verlängert wurde.
Goertz reist für jeden Termin aus Berlin an, hier kommt er bei Freunden unter. Ob es danach mit Gastspielen weitergeht, kann er nicht sagen. Er hält es da mit einem Ausspruch von Roger Moore: „Schauspieler setzen sich nie zur Ruhe. Das Telefon hört einfach auf zu klingeln.“ Und würde seines noch einmal klingeln und Augsburgs Schauspieldirektor Markus Trabusch wäre am Apparat? Dann könnte Goertz sich vorstellen, noch einmal hier zu spielen. „Wir wollen die Verbindung zu Augsburg nicht verlieren.“