Über Misshandlung und Missbrauch in katholischen Einrichtungen im Bistum Augsburg gibt es einen ersten Bericht. Bislang sind fast 50 Fälle gemeldet worden. Von Alois Knoller

Fast 50 Fälle von sexuellem Missbrauch oder körperlicher Misshandlung in katholischen Einrichtungen sind bislang bei der Diözese Augsburg gemeldet worden.
Vor dem Diözesanrat der Katholiken erstattete der stellvertretende Generalvikar Harald Heinrich als Missbrauchsbeauftragter des Bistums einen vorläufigen Bericht. Die eingegangenen Hinweise erstrecken sich über einen Zeitraum von 70 Jahren, wobei ein Schwerpunkt in den 50er und 60er Jahren liegt. Rund 30 Hinweise betreffen sexuellen Missbrauch.
Genannt wurden insgesamt 25 Beschuldigte, wovon vier bereits gestorben sind. In zwei Fällen seien staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Gange. Ungeachtet der Verjährung sollten alle Fälle der Staatsanwaltschaft zugänglich gemacht werden. "Es ist nicht unsere Aufgabe, einen Anfangsverdacht rechtlich zu bewerten", sagte Domkapitular Heinrich. Soweit es sich bei den Beschuldigten um Mitarbeiter der Diözese handele, bleibe es dem Personalreferenten überlassen, über die staatlichen Ermittlungen hinaus dienstrechtliche Konsequenzen zu ziehen.
Mit den mutmaßlichen Opfern seien regelmäßig "sehr ausführliche Gespräche" geführt worden. "Fast immer verliefen sie in einer sachlichen Atmosphäre", berichtete Heinrich. Die Opfer würden über den Fortgang der Ermittlungen informiert. Sollten sie eine Therapie nötig haben, werde die Diözese sie finanzieren, sagte der Domkapitular zu.
Die Diözese hat eine Reihe von Ansprechpartnern für Missbrauch und Misshandlung ernannt. Neben Heinrich sind dies der ehemalige Vorsitzende Richter Otto Kocherscheidt, die Psychotherapeutin Prof. Andrea Kerres, die Pastoralreferentin Maria Fath und die Rechtsanwältin Barbara Fendt. Alois Knoller
Kontakt Tel. 0151/18210780, E-Mail: missbrauchsbeauftragter@bistum-augsburg.de
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