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Häufig unterschätzt: Das tödliche Risiko der Masern

Häufig unterschätzt

Das tödliche Risiko der Masern

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    Eine Impfung gegen Masern ist vor einer geplanten Schwangerschaft besonders wichtig. dpa
    Eine Impfung gegen Masern ist vor einer geplanten Schwangerschaft besonders wichtig. dpa Foto: DPA

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt davor, sich unzureichend vor Masern zu schützen und als „Kinderkrankheit“ abzutun. Auch in der Fachwelt seien durch Masern verursachte Folgeerkrankungen unterschätzt worden, sagt Bayerns Landesvorsitzender Dr. Martin Lang (Augsburg). Häufiger als bislang angenommen könnten Masern zum Tod führen. Dem Fachverband sind inzwischen drei Fälle von Säuglingen aus dem Jahr 2006 bekannt, die Jahre nach ihrer Masernerkrankung an den tödlichen Folgen einer chronischen Gehirnentzündung leiden oder bereits gestorben sind. Die jüngste bekannte Erkrankung in Deutschland betrifft ein sechsjähriges Mädchen aus dem Kreis Aschaffenburg. Die Eltern bemerkten im Februar erste Auffälligkeiten, inzwischen wird das Kind künstlich ernährt, kann weder laufen noch sprechen, ist innerhalb von acht Wochen zum Pflegefall geworden.

    Viren zerstören die Nervenzellen

    Behandelbar ist die Krankheit nicht. Nervenzellen im Gehirn werden von den Masernviren zerstört, wenn die Gehirnentzündung SSPE ausbricht. Das Risiko an der tödlichen Spätfolge zu erkranken, schätzen Kinderärzte als „offenbar besonders hoch“ ein, wenn Kinder im ersten Lebensjahr mit Masernviren in Kontakt kommen. Sie gehen von einem Fall bei 200 Masernerkrankungen aus.

    Besonders tückisch ist, dass Säuglinge in Deutschland entsprechend der Impfstoff-Zulassungen erst ab elf Monaten geimpft werden sollen. Weil Babys ungeschützt sind, appellieren die Kinder- und Jugendärzte an die Kontaktpersonen aus dem Umfeld, den Impfschutz ernst zu nehmen. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt allen Personen, die nach 1970 geboren sind, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Kontrollen der Impfbücher zeigen aber Lang zufolge, dass 60 Prozent der jungen Erwachsenen nicht ausreichend geschützt seien – und damit auch deren Säuglinge nicht.

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