Der Ausbau der A8 zwischen Augsburg und München ist längst abgeschlossen. Die Sommerferien 2011 sind die ersten Sommerferien seit 2006, in denen sich der Teilabschnitt der A8 ohne Baustelle und Geschwindigkeitsbegrenzungen präsentiert. Grund für uns, bei der Polizei nach einer ersten Bilanz bezüglich des Ferienverkehrs auf der A8 nachzufragen.
Die erste Bilanz der Autobahnpolizei zur dreispurig ausgebauten A8 fällt positiv aus. "Stauaufkommen und Stauzeiten sind verglichen mit dem zweispurigen Teilabschnitt durchaus zurückgegangen", sagt Udo Dreher vom Polizeipräsidium Schwaben Nord. Auch zur Ferienzeit sei die Verkehrs- und Staulage weitgehend entspannt geblieben. Nur an den sogenannten "Bettenwechsel-Tagen", wenn also in den Hotels die Zimmer neu bezogen werden und viele Menschen an- und abreisen, sei es auch bei der neuen dreispurigen Autobahn zu Stockungen gekommen. Und dies trotz des weiterhin gültigen Lkw-Verbots an Samstagen in den Sommerferien. Dieses verbietet Brummis ab 7,5-Tonnen, zwischen 7 und 20 Uhr auf der Autobahn zu fahren.
"Durch die zusätzliche Spur steigt das Aufnahmevermögen der Autobahn", so Polizeisprecher Dreher, "und dadurch kommen noch mehr Autos auf die Fahrbahn, was vor allem an Samstagen in den Ferien immer noch zu Staus und Behinderungen führen kann, allerdings lang nicht mehr so häufig und so ausgedehnt wie vor dem Ausbau." Es müsse auch berücksichtigt werden, dass die Zahl der Fahrzeugzulassungen immer weiter steige und dadurch das Verkehrsaufkommen nochmals erhöht wird.
Weniger Unfälle - aber wenn es kracht, dann richtig
Sicherer ist die A8 - wenn man die absolute Fallzahl betrachtet - auch geworden. "Es gibt weniger Unfälle als noch zu Zeiten der Zweispurigkeit", sagt Dreher. "Aber wenn es kracht, dann zumeist richtig." Durch die nicht vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzung enden die Unfälle meist folgenschwerer. Das allerdings ist für die Polizei kein Grund für eine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung. "Man muss immer sehen, wo eine Begrenzung der Geschwindigkeit Sinn macht und wo nicht", so der Experte. Dies hänge von vielen Faktoren wie Übersichtlichkeit und Zufahrten ab.
Auch sei eine einfach Blechbeschilderung nicht immer die beste Lösung. Wesentlich besser funktioniere meist eine sogenannte Verkehrsbeeinflussung-Anlage, wie sie im Großraum um München oft vorhanden ist. Diese erlaube es, schneller auf Unfälle oder wechselnde Straßenverhältnisse zu reagieren. Außerdem stoße sie auf mehr Akzeptanz bei den Autofahrern, da die Geschwindigkeitsbegrenzungen immer ihre Gründe hätten und auch wieder aufgehoben werden können.
In den letzten Ferienwochen wird es ruhiger auf der Autobahn
Für die zwei letzten Ferienwochen erwartet die Autobahnpolizei für unsere Region keine größeren Staus und Behinderungen. "Im Normalfall ist die erste Hälfte der Ferien schlimmer, da dann nicht nur in Bayern Ferien sind und somit auch viele andere Bundesbürger auf den Autobahnen unterwegs sind", so Udo Dreher. Neben Bayern haben derzeit noch Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Sommerferien.