Augsburg Zwei Stunden war der Gepard in Freiheit, zwei Stunden war der Schrecken im Nürnberger Tiergarten groß: Am Montag ist Gepardenkater „Turbo“ über die 2,70 Meter hohe Mauer des Geheges gesprungen. Mit Betäubungspfeilen konnte das Tier narkotisiert und ins Gehege zurückgebracht werden. „So ein Ausbruch ist selten“, sagt Augsburgs Zoodirektorin Barbara Jantschke.
Immer wieder brechen Tiere aus den Gehegen aus. Welches Risiko geht man mit einem Zoobesuch ein?
Jantschke: Das Risiko eines Zoobe-2suchs ist vernachlässigbar gering, sofern man sich an die Besucherordnung hält.
Im Nürnberger Zoo war die Mauer 2,70 Meter hoch. Ist das zu gering?
Jantschke: Nein, das finde ich nicht. Wir hatten in Augsburg auch jahrelang Geparden, deren Absperrung an manchen Stellen nur 2,20 m hoch war.
Sie haben in Augsburg keine Geparden, dafür einen Amurleopard. Wie gefährlich...
Jantschke: Im Vergleich zu einem möglichen Ausbruch von einem Löwen, Tiger oder Leoparden ist die Gefahr deutlich geringer.
In Augsburg sind ja auch schon Tiere aus ihren Gehegen ausgebrochen...
Jantschke: Ja, erst kürzlich ist ein Mandrill über den Graben gesprungen. Sicherlich ist solch eine Situation stressig. Sowohl für die Zoomitarbeiter als auch für die Tiere.
Schon einmal eine wirklich brenzlige Situation erlebt?
Jantschke: Bei jedem Ausbruch kann es unter Umständen brenzlig werden, denn die Tiere können in der ihnen fremden Umgebung unvorhergesehen reagieren. Und berücksichtigen muss man in solch einem Fall auch immer die Reaktion der Besucher.
Besucher wollen die Tiere möglichst nah sehen, möglichst nicht durch dicke Gitterstäbe...
Jantschke: ...ja, das ist richtig.
Gibt es einen Druck, der dazu führt, mehr Risiken einzugehen?
Jantschke: Nein, Risiken dürfen niemals eingegangen werden.
In Nürnberg wurde der Gepard mit einem Betäubungspfeil narkotisiert. Wie viele haben Sie griffbereit?
Jantschke: Da wir in Augsburg keinen fest angestellten Tierarzt haben, dürfen hier keine Narkosemittel vorgehalten werden. Interview: Jan Chaberny