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Prozess in Augsburg: Gutachter sehen bei Vanessas Mörder eine hohe Rückfallgefahr

Prozess in Augsburg

Gutachter sehen bei Vanessas Mörder eine hohe Rückfallgefahr

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    Michael W. hat die kleine Vanessa aus Gersthofen umgebracht. Das Bild zeigt ihn bei der Tatortbegehung.
    Michael W. hat die kleine Vanessa aus Gersthofen umgebracht. Das Bild zeigt ihn bei der Tatortbegehung. Foto: Marcus Merk

    Der psychiatrische Gutachter sieht beim Mörder der zwölfjährigen Vanessa eine hohe Rückfallgefahr. Das geht aus der Antragsschrift der Staatsanwaltschaft hervor, die zum Prozessauftakt verlesen wurde.

    Michael W.: Hochgradig gefährlich

    Die Staatsanwaltschaft fordert für Michael W. (29) nachträgliche Sicherungsverwahrung, weil sie ihn weiterhin für hochgradig gefährlich und psychisch gestört hält.

    Der Mord an Vanessa aus Gersthofen

    Über eine Woche lang tappte die Polizei nach dem Mord an der zwölf Jahre alten Vanessa aus Gersthofen im Dunkeln. Auch aus den zahlreichen Hinweisen ergaben sich zunächst keine heißen Spuren für die Ermittler, bis überraschend der mutmaßliche Mörder, der 19-jährige Michael W., festgenommen wurde.

    12. Februar 2002: Die Eltern von Vanessa finden ihre Tochter blutüberströmt neben ihrem Bett. Spuren eines Einbruchs entdecken die Ermittler zunächst nicht. Die Polizei bildet sofort eine Sonderkommission.

    13. Februar: Die Beamten berichten über den Fund eines Messers, das wenig später mittels eines DNA-Tests als Tatwaffe identifiziert wird. Es handelt sich um ein Küchenmesser mit einer 16 Zentimeter langen und feststehenden Klinge.

    15. Februar: Trotz einer Reihe von Hinweisen aus der Bevölkerung haben die Fahnder keine heiße Spur. Rund 100 Personen aus dem Umfeld des ermordeten Mädchens werden von den Ermittlern befragt, um herauszufinden, mit wem Vanessa Kontakt hatte. Unklar bleibt lange, wie der Täter in das Haus gekommen ist. Es wird eine Belohnung von 35 000 Euro zur Aufklärung der Tat ausgeschrieben.

    19. Februar: Die Fahnder setzen auf die Erstellung eines Täterprofils, um den Mord an Vanessa aufzuklären. Zuvor hatten bereits 15 Bekannte und Verwandte Speichelproben abgegeben, um sich über DNA-Analyse als Täter auszuschließen.

    21. Februar: Die Polizei sucht nach zwei Hinweisen aus der Bevölkerung einen als „Maskenmann“ verkleideten Zeugen. Ermittelt wird ein 19-Jähriger aus Gersthofen. Im Verlauf der Vernehmungen verstrickt sich der Mann in Widersprüche und gesteht die Tat.

    22. Februar: Die Polizei gibt den Fahndungserfolg bekannt.

    5. Februar 2003: Die Jugendkammer des Augsburger Landgerichts verhängt zehn Jahre Haft gegen Michael W. Es ist die höchste Strafe, die nach dem Jugendrecht möglich ist.

    Mitte Februar 2012 ist Entlassungstermin für Michael W., die Staatsanwaltschaft will ihn nicht frei lassen. Zwei psychiatrische Gutachter kommen zum Schluss, dass der Täter in Sicherungsverwahrung sollte.

    Der Prozess zieht sich. Erst am 15. Oktober 2012 ist die Beweisaufnahme abgeschlossen. Ein Urteil fällt am 15. November: Michael W. kommt weiter in Sicherungsverwahrung.

    Zwei Sachverständigengutachten sollen die Auffassung der Anklagebehörde unterstützen. Michael W.'s Verteidiger Adam Ahmed forderte aber zum Prozessauftakt zwei neue psychiatrische Gutachten. Beide vorliegenden Expertisen seien nicht für eine Entscheidungsfindung geeignet.

    Vanessas Mutter: "Ich habe so etwas erwartet"

    Vanessas Mutter Romana Gilg sagte angesichts dieses Antrags: "Ich habe so etwas erwartet. Es zeigt nur, dass wir dringend die Gesetzeslage in Deutschland verändern müssen."

    Demonstration vor dem Gericht

    Vor Beginn der Verhandlung hatte der Verein "Sicheres Leben" aus Gersthofen vor dem Gericht demonstriert. Auf Plakaten forderten die Mitglieder mehr Schutz der Bevölkerung und sprachen sich dafür aus, dass für Straftäter ab 18 Jahren das Erwachsenenstrafrecht angewendet wird.

    Das Gericht reagierte auf die Kundgebung und Äußerungen von Politikern: "Die Jugendkammer verwahrt sich gegen jeglichen Erwartungsdruck."

    Mord geschah am Rosenmontag

    Der Mord an Vanessa am Rosenmontag 2002

    Tatortbesichtigung in der Gersthofer Winterstraße mit dem mutmaßlichen Mörder von Vanessa
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    17 Bilder
    Vanessa aus Gersthofen wurde nur zwölf Jahre alt. An Rosenmontag 2002 dringt Michael W. in das Haus der Familie ein und ermordet das Mädchen. Sie ist ein Zufallsopfer.

    Am Rosenmontag 2002 geschah die unfassbare Tat: Während die Eltern einen Faschingsball besuchten, stieg Michael W. – verkleidet mit einer Totenmaske wie im US-Horrorfilm „Scream“ – nachts in das Haus der Familie Gilg in Gersthofen bei Augsburg ein und erstach die zwölfjährige Vanessa im Schlaf. Kurz darauf wurde der Metallbau-Azubi festgenommen. Er gestand, die Tat nach dem Vorbild des Horrorfilms ausgeübt zu haben. Ein Jahr später wurde W. verurteilt. Der damalige Vorsitzende der Jugendkammer, Martin Kramer, sagte: „Er hat getötet um des Tötens willen.“

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