Was für ein Mistwetter! Die Sonne hat sich zwar am Ostermontag teilweise in Bayern blicken lassen und den Menschen eine kurze Verschnaufpause vom Dauerwinter beschert. Denn auch am Ostersonntag hatte es vor allem in Südbayern erneut geschneit. Zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee waren gefallen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Trotz Sonne kamen die Temperaturen nicht über den einstelligen Bereich hinaus.
Nicht Neues für die zweite Ferienwoche
In der kommenden Woche soll das Wetter wechselhaft und kalt bleiben. Darunter leiden auch Gastronomen und die Ausflugsschifffahrt auf den bayerischen Seen. Für die zweite Ferienwoche hat der DWD-Meteorologe jedoch keine positiven Aussichten zu bieten: „Es bleibt wechselhaft mit Schnee und Schneeregen.“ Lediglich Skihasen dürften sich über den Neuschnee am Wochenende gefreut haben. In den bayerischen Skigebieten herrschen beste Pistenbedingungen. Auf der Zugspitze lagen 3,30 Meter Schnee, am Großen Arber waren es knapp 1,80 Meter. Skifahrer konnten den Pulverschnee genießen – allerdings ohne Sonnenschein.
Wenig einladend war das Wetter auch beim Start in die Schifffahrtsaison an Starnberger See und Ammersee. Bei Schneefall legten am Sonntag der Raddampfer „Herrsching“ und der Katamaran „Starnberg“ ab. Während der Winterpause wird die Schiffsflotte traditionell für den nächsten Sommer fit gemacht.
Gewinner und Verlierer des langen Winters
Den Straßencafés in Bayern hat der lange Winter ordentlich das Geschäft vermiest. Bei Nässe und eisigen Temperaturen hat kaum jemand Lust auf Kaffee oder ein Eis im Freien. „Straßencafés und Biergärten sind die Leidtragenden“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Wenngleich er eher von einer „Verschiebung“ des Geschäftes spricht: „Es gibt Verlierer und Gewinner. Die Innengastronomie profitiert davon.“ Statt lange Spaziergänge zu machen, würden die Leute lieber einkehren.
„Wenn die Sonne nicht durchkommt, dann hat das für uns große Auswirkungen“, sagte Davide Butrico, Restaurantleiter des Cafés Tambosi in München. Die Einnahmen gingen sonst gleich um 30 Prozent zurück. Die Freischankfläche des Cafés mit Blick auf Feldherrenhalle und Theatinerkirche ist der Treffpunkt schlechthin für sonnenhungrige Cappuccino-Trinker. Ähnlich sieht es beispielsweise auch im Restaurant Fischer in Stegen am Ammersee aus. Im ganzen März habe es nur einzelne Tage gegeben, an denen Gäste im Freien saßen. Das schlage sich spürbar auf den Umsatz nieder, sagte Restaurantleiter Andreas Hempel. Immerhin sei das Lokal innen stets gut besucht. Insgesamt fiel das Märzgeschäft auch am Ammersee ins Wasser: „So schlimm wie heuer war es noch nie.“
Die Dauer und Härte des Winters bedeutet auch für Wildtiere eine Notzeit. Vor allem die geschlossene Schneedecke erschwert ihnen seit Monaten die Nahrungssuche. „Sie brauchen jetzt dringend die Frühlingswärme“, sagte Thomas Schreder, Sprecher des Bayerischen Jagdverbandes (BJV). Beim Rehwild bräuchten jetzt vor allem die Muttertiere, deren Föten weit entwickelt sind, frisches Grün. (dpa)