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Einnahmen: Kirche erwartet wenig Profit vom Steuerrekord

Einnahmen

Kirche erwartet wenig Profit vom Steuerrekord

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    Der bischöfliche Finanzdirektor Klaus Donaubauer.
    Der bischöfliche Finanzdirektor Klaus Donaubauer.

    Vom deutschen Steuerrekord wird die Diözese Augsburg nur in einem geringen Maße profitieren. Der bischöfliche Finanzdirektor Klaus Donaubauer erwartet im Jahr 2012 eine „leichte Steigerung“ der Kirchensteuereinnahmen, die er noch nicht genauer beziffern kann. Dank lebhafter Konjunktur und niedriger Arbeitslosigkeit wachsen die Einnahmen dieses Jahr um ein halbes Prozent auf voraussichtlich 258 Millionen Euro. Wären nicht über 12000 Katholiken im Krisenjahr 2010 aus der Kirche ausgetreten – doppelt so viele wie sonst –, könnte Donaubauer sogar 7,6 Millionen Euro mehr für Seelsorge, Schulen, Kindergärten, Bauunterhalt und Denkmalpflege verbuchen.

    Rekordwerte des Staats werden nicht erreicht

    Die Rekordwerte der staatlichen Steuerschätzung, die einen Zuwachs von 40 Milliarden Euro voraussagt, werde die Kirche auf keinen Fall erzielen. „Wir haben nur eine Einnahmequelle, der Staat hat viele“, sagt Donaubauer. Außerdem entgeht der Kirche immer noch in „erheblichem Ausmaß“ ihr Anteil an der Zinsabgeltungssteuer. Denn die Steuerpflichtigen müssten gegenüber den Banken ihre Konfessionszugehörigkeit angeben. „Das wird nicht von allen gemacht“, weiß der bischöfliche Finanzdirektor. Allenfalls zehn bis 15 Prozent des entfallenden Aufkommens werde vereinnahmt. Ab 2014 verändere sich die Gesetzeslage zugunsten der Kirchen.

    Dass die Diözese Augsburg mit ruhiger Hand wirtschaften kann, liegt auch daran, dass aus Mehreinnahmen Rücklagen für finanziell schwierige Zeiten gebildet wurden. So könne die Diözese notwendige Instandsetzungen abfedern und Personalumstrukturierungen sozialverträglich gestalten, indem etwa Mitarbeiter, die kurz vor dem Ruhestand stehen, für ein paar Jahre weiterbeschäftigt werden. Finanzdirektor Donaubauer spricht von einer „langfristig angelegten, atmenden Haushaltspolitik“. Denn das Unternehmen Kirche sei „ein Tanker, den man nicht kurzfristig stoppen kann“. So beschäftigt das Bistum 12000 Mitarbeiter.

    Kosten könnten sinken

    Mitunter sinken sogar die Kosten der Kirche. Das Schulwerk der Diözese stellte 2010 den Landkreisen und Kommunen 660000 Euro weniger, als sie vertragsgemäß zahlen müssten, für die 38 katholischen Schulen in Rechnung, „weil sparsam gewirtschaftet wurde infolge der zentralen Betriebsträgerschaft und einer disziplinierten Personalpolitik“, so Donaubauer. Viele dieser Realschulen und Gymnasien dienen der allgemeinen Versorgung in ihrem Einzugsbereich. Nach einem ähnlichen Muster wird derzeit ein Kindergartenwerk im Bistum aufgebaut, das für die Kirchenstiftungen zentral Personalwesen, Besoldung und Abrechnung erledigt. Erhalten bleibe ihnen aber die Trägerschaft für die Kindertagesstätte.

    Auf längere Sicht prognostiziert Finanzdirektor Donaubauer jedoch: „Die Kirchensteuer ist kein Wachstumsmodell.“ Seit Jahren werden weniger Kinder getauft, als Gläubige sterben. Ungewiss ist, wie sich die Kirchenaustritte entwickeln. So folgert der Finanzchef: „An einer Konzentration der Kräfte führt kein Weg vorbei.“ Die Verwaltung der Pfarreien müsse der seelsorgerlichen Umstrukturierung folgen und ebenfalls zentralisiert werden. AZ

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