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Neue Generalsekretärin für Bayern-FDP: Miriam Gruß: "Ich habe keine Angst"

Neue Generalsekretärin für Bayern-FDP

Miriam Gruß: "Ich habe keine Angst"

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    Miriam Gruß: "Ich habe keine Angst"
    Miriam Gruß: "Ich habe keine Angst" Foto: Ulrich Wagner

    Von Andreas Frei, Augsburg/München Bayerns FDP wird künftig von einer weiblichen Doppelspitze geführt. Landes-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger präsentierte gestern ihre Kandidatin für den Parteitag am 14. Februar in Fürth: die Augsburger Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß. Damit bestätigten sich Informationen unserer Zeitung.

    Die 33-jährige Politikwissenschaftlerin gilt als Senkrechtstarterin in ihrer Partei. Im Interview mit unserer Zeitung gibt die Mutter eines vierjährigen Sohnes aber auch Einblicke in ihr Privatleben preis.

    Frau Gruß, woran haben Sie gedacht, als Sie heute früh aufgewacht sind?

    Gruß: Um ehrlich zu sein, dass ich pünktlich zur Pressekonferenz komme und meine Rede nicht vergesse. Ich habe mich auf den Tag gefreut.

    Kein Bammel vor dem, was da jetzt auf Sie zukommt?

    Gruß: Natürlich hat man vor neuen Aufgaben immer einen gewissen Respekt und das ist auch mit einer besonderen Anspannung verbunden. Ich übernehme mehr Verantwortung, aber Angst ist es nicht.

    Aber jetzt geht es nicht mehr nur um ihr Fachgebiet, die Familienpolitik, in der Opposition des Bundestages, sondern um knallharte Parteipolitik für eine Regierungspartei.

    Gruß: Auch Familienpolitik kann knallharte Politik sein. Sie berührt viele andere Bereiche, etwa Wirtschafts- oder Finanzpolitik. Als Generalsekretärin muss ich viel mehr Generalistin sein. Deshalb fühle ich mich meiner neuen Aufgabe durchaus gewachsen.

    Nennen Sie uns drei Gründe, warum der Job der Generalsekretärin Sie reizt.

    Gruß: Erstens die Arbeit an der Parteibasis. Ich will die Menschen dort motivieren. Zweitens leben wir in einer spannenden Zeit. Es ist eine große Herausforderung, mit Blick auf die Bundestagswahl am 27. September einen Politikwechsel mit vorzubereiten. Bayerns FDP kann da als neue Regierungspartei einiges dazu beitragen. Und drittens: Es ist schön, sich inhaltlich breit aufzustellen.

    Worauf wollen Sie denn inhaltlich Ihren Schwerpunkt legen?

    Gruß: Die Kinder-, Jugend- und Familienpolitik wird weiter mein Steckenpferd bleiben. Das ist mehr als die Frage, ob es genügend Betreuungsplätze gibt. Es geht auch darum, zu verstehen, dass Familien nicht nur die normalen Vater-Mutter-Kind-Konstellationen sind, sondern ebenso Patchwork-Familien oder solche mit adoptierten Kindern. Auch Bildung und Wirtschaftspolitik werden besondere Schwerpunkte sein.

    Werden Sie Ihr Bundestags-Mandat behalten?

    Gruß: Ja. Man darf nicht vergessen, die Rolle der Generalsekretärin ist ein Ehrenamt.

    Das heißt, Sie bekommen nicht einen Euro dafür?

    Gruß: Ja, das heißt es.

    Bundestag, Generalsekretärin, Mutter eines vierjährigen Sohnes - wie wollen Sie das alles unter einen Hut bekommen?

    Gruß: Allein wäre das natürlich schwierig. Ich setze auf Teamarbeit - in der Partei, in der Familie, aber auch im Abgeordneten-Büro. Mein Mann unterstützt mich viel, aber auch meine Eltern, die jetzt in Rente sind.

    Der kleine Nikolas muss also auf seine Mami nicht noch häufiger verzichten?

    Gruß: Nein. Ich finde außerdem, es kommt auf die Qualität der Zeit an, die man mit seinem Kind verbringt. Er hat das Anrecht darauf.

    Können Sie in Ihrer neuen Rolle mehr für unsere Region bewirken?

    Gruß: Natürlich sehe ich mich zunächst als Generalsekretärin für ganz Bayern. Aber sicherlich lässt man die Heimat nicht aus dem Auge. Auch die schwäbische FDP wird davon profitieren.

    Sie haben in der Vergangenheit Schlagzeilen gemacht, als Sie den damaligen Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor den Sportausschuss zitieren oder den süßen Überraschungseiern an den Kragen gehen wollten. Provozieren Sie gerne?

    Gruß: Ich wollte mit dem, was Sie ansprechen, nicht provozieren. Im Fall der Überraschungseier bin ich auch bewusst falsch interpretiert worden. Aber grundsätzlich spreche ich gerne das deutlich aus, was ausgesprochen werden muss. Auch künftig werde ich da kein Blatt vor den Mund nehmen. Gleichermaßen lernt man aus solchen Geschichten, dass man hin und wieder auch mal seinen Schnabel halten sollte.

    Wann treten Sie Ihren neuen Job an?

    Gruß: Sollte ich am 14. Februar gewählt werden, wird die Arbeit schon einige Tage später beginnen. Ich freu mich, wenn¿s losgeht.

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