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Klimaschutz: Mit dem E-Mobil im Allgäu mobil

Klimaschutz

Mit dem E-Mobil im Allgäu mobil

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    Touristen erkunden mit dem E-Mobil das Allgäu.
    Touristen erkunden mit dem E-Mobil das Allgäu. Foto: Foto: AÜW

    Augsburg Touristen, aber auch Einheimische waren die Testfahrer. Auf der Suche nach Mobilitätskonzepten der Zukunft startete 2009 das Forschungsprojekt „eE-Tour Allgäu“. Gestern wurde es in Augsburg als eines von drei Leitprojekten vom Kompetenzzentrum Umwelt (Kumas) ausgezeichnet. 42 Autos waren zwei Jahre lang im Einsatz und legten insgesamt 200000 Kilometer zurück, berichtete Stefan Mayer vom Allgäuer Überlandwerk in Kempten. Gewählt werden konnte zwischen zehn verschiedenen Typen.

    Stationiert waren die Elektrofahrzeuge bei fünf Hotels in Bad Wörishofen, Oberstaufen, Oberstdorf und Füssen. An elf Ladesäulen konnte zu 100 Prozent CO2-freier Strom aus Wasserkraft getankt werden. Ob Gäste aufs E-Mobil umstiegen, hing stark davon ab, ob die Hotels Werbung dafür machten. Weniger gefragt war das Auto, das am Memminger Flughafen stationiert war. Bei Geschäftsleuten überwog die Skepsis. Die Reichweite liegt bei 100 bis 150 Kilometer. Umfragen bei den Testfahrern ergaben, dass über 90 Prozent weniger als 50 Kilometer zurücklegten. Träger des Projekts waren das Allgäuer Überlandwerk, die Hochschule Kempten und die Firma Soloplan. Im Januar startet ein Nachfolgeprojekt, das auch vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Die Autoflotte soll aufgestockt werden.

    Die Deutsche Bahn muss ihre Fahrgäste pünktlich und sicher von A nach B transportieren. Gerade im Winter ist das eine große Herausforderung. Ein Schwachpunkt sind die Weichen. Sie dürfen nicht einfrieren. 60000 gibt es im Bundesgebiet. Sie müssen beheizt werden. Und das bedeutet einen hohen Strom- oder Gasverbrauch. Die Firma Triple-S aus Eichenau (Kreis Fürstenfeldbruck) hat eine energetisch optimierte Weichenheizung entwickelt, die Geothermie als Wärmequelle nutzt, erklärt Michael Funke. Der Energieverbrauch könne um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Mit jeder Anlage würden bis zu 80 Tonnen CO2 eingespart. In Deutschland sind derzeit 15 Heizungen im Einsatz, zwei in Russland. Auch bei minus 30 Grad sind die innovativen Weichen funktionsfähig. Das zeigte der Praxistest im vergangenen Winter im oberpfälzischen Vilseck. Funke rechnet damit, dass Triple-S mittelfristig pro Jahr 300 bis 600 Anlagen bauen wird. Der Markt ist groß. Denn auch Häfen und Industriebetriebe verfügen über ein eigenes Schienennetz.

    Mit bisher ungenutzter Abwärme aus der Petroplus Raffinerie Ingolstadt werden jetzt in einem Wärmeverbund mit den Stadtwerken Haushalte versorgt. Jährlich werden 130 Gigawattstunden Fernwärme produziert und in das Netz eingespeist. Das entspricht einem CO2-Einsparpotenzial von rund 67000 Tonnen.

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