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13. Mai 2010 18:45 Uhr

Ermittlungsergebnisse

Mixa soll Kind mit Gürtel geschlagen haben

Nach wochenlangen Recherchen stellt Sonderermittler Knott heute seine Ermittlungsergebnisse im Fall Mixa vor. Nach Informationen unserer Zeitung hat sich die Zahl der Vorwürfe erhöht. Von Daniel Wirsching

Walter Mixa
Foto: kjh cul

Am Freitag stellt Sonderermittler Sebastian Knott seinen "vorläufigen Abschlussbericht" vor. Dieser ist das Ergebnis wochenlanger Recherchen des Ingolstädter Rechtsanwalts.

Mit Spannung wird erwartet, was Knott zu den Prügel- und Veruntreuungsvorwürfen gegen den inzwischen zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa, die sich auf dessen Zeit in Schrobenhausen beziehen, zu sagen hat - und wie er sie juristisch bewertet.

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Nach Informationen unserer Zeitung hat sich die Zahl der Tätlichkeiten erhöht, die Mixa angelastet werden. So soll er als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975 bis 1996) ein Heimkind des dortigen Kinder- und Jugendhilfezentrums St. Josef mit einem Gürtel geschlagen haben.

Mehrere andere frühere Heimkinder hatten bereits Ende März in eidesstattlichen Versicherungen und einem Zeitungsbericht bekräftigt, Mixa habe sie schwer körperlich gezüchtigt. Sie sprachen von Faustschlägen auf den Oberarm sowie von Schlägen aufs Gesäß mit Teppichklopfer, Stock oder Kochlöffel. Misshandlungsvorwürfe richten sich auch gegen zwei Mallersdorfer Schwestern. Nonnen dieses Ordens trugen bis 1990 im Heim die pädagogische Verantwortung. Zudem soll Mixa als Stiftungsratsvorsitzender des Kinderheimträgers Katholische Waisenhausstiftung Gelder zweckentfremdet haben, etwa für den Kauf von Kunstgegenständen. Diese mutmaßlichen Veruntreuungsfälle sind aber wohl verjährt.

Schwerer noch als die Prügel- und Veruntreuungsvorwürfe wiegt der Verdacht, Mixa habe als Bischof von Eichstätt (1996 bis 2005) einen minderjährigen Jungen sexuell missbraucht. Nach Recherchen unserer Zeitung hat sich dieser Verdacht jedoch nicht erhärtet. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt steht möglicherweise unmittelbar vor dem Ende ihrer Vorermittlungen. Diese musste sie einleiten, nachdem sie einen entsprechenden Hinweis erhalten hatte. Das Bistum Augsburg hatte ihn aus Mitarbeiterkreisen der Diözese Eichstätt bekommen und an die Generalstaatsanwaltschaft München gegeben.

Genau das sorgt nun für Verstimmung zwischen den Diözesen Eichstätt und Augsburg. Am Mittwoch kündigte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke "eine gründliche Überprüfung der Vorgänge" an. Klärungsbedarf bestehe in der Frage, warum sich zwei hauptamtliche Mitarbeiter der Diözese Eichstätt an das Bistum Augsburg gewendet haben - anstatt den eigenen Missbrauchsbeauftragten oder den Generalvikar zu verständigen.

Bischof Hanke äußerte zugleich sein Befremden darüber, dass die Diözese Augsburg die Hinweise "im Alleingang ohne Kontaktnahme zum vermeintlichen Opfer weiter verfolgt habe" und ihn erst kurz vor dem Gang zur Generalstaatsanwaltschaft in München informiert habe. Martin Swientek, Sprecher des Bistums Eichstätt, sagte, dass man mit der Diözese Augsburg Kontakt aufnehmen werde. Ein Gesprächstermin stehe bislang nicht fest. Daniel Wirsching

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