Im Bundesverkehrsministerium weiß man noch nicht Bescheid, wie lange sich der für Januar dieses Jahres geplante Start des A-8-Ausbaus zwischen Augsburg und Ulm verzögern wird. „Wir können dazu noch nichts sagen“, sagte ein Sprecher am Freitag unserer Zeitung. Hintergrund des schon wieder einmal verschobenen Baubeginns ist der Streit um die Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens zum Ausbau der noch immer vierspurigen Strecke. Die Bietergemeinschaft „A8 mobil GmbH“ (unter anderem Bilfinger Berger/Wiesbaden) war bei der Ausschreibung unterlegen. Auch die Prüfung durch die Vergabekammer Südbayern haben die unterlegenen Bieter nicht anerkannt. Jetzt nutzte das Unternehmen die einzige Möglichkeit und zog vor das Oberlandesgericht München, wo die Angelegenheit nun letztinstanzlich entschieden wird. Wie lange das dauern kann, darüber wird bisher nur spekuliert. Sicher jedoch einige Wochen, wenn nicht Monate, vermuten Verkehrspolitiker.
Dem Gewinner des Gerichtsentscheids winkt ein lukratives Geschäft. Er baut die 37 Kilometer lange Strecke für 230 Millionen Euro aus und muss sie 30 Jahre lang betreuen. Als Gegenleistung erhält er aber 75 Millionen Euro Anschubfinanzierung und für den oben genannten Zeitraum große Anteile der Lkw-Maut. Den Zuschlag hat bisher das Konsortium „A-Modell A8“, an dem der deutsche Baukonzern Hochtief und die österreichische Strabag beteiligt sind. (jok)