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Diözese: „Kein großer Wurf“

Diözese

„Kein großer Wurf“

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    „Da spricht man immer von Zusammenwachsen. Das hört sich schön an. Aber was nicht zusammenwächst, soll zusammengelegt werden.“Walter Kaminski
    „Da spricht man immer von Zusammenwachsen. Das hört sich schön an. Aber was nicht zusammenwächst, soll zusammengelegt werden.“Walter Kaminski

    Auch 2014 sollen Wahlen zum Pfarrgemeinderat stattfinden, in jeder Einzelpfarrei kann es, solange sie besteht, weiter ein Gremium geben, das Pfarrgemeinderat heißt. Und die neuen Pastoralräte in den vergrößerten Seelsorgeeinheiten im Bistum werden direkt von den Gläubigen gewählt. Mit dieser Erklärung reagierte das Bistum Augsburg nun auf die Kritik vieler Laien an einer möglichen Abschaffung der Pfarrgemeinderäte.

    Gundelfingens Stadtpfarrer und Dekan Johannes Schaufler sieht diese Erklärung positiv. Er selbst sei dankbar für jeden Gläubigen, der sich in der Kirche einbringe – egal ob gewählt oder nicht. Umso mehr freue es ihn aber, wenn dieses Engagement legitimiert in einem gewählten Gremium stattfinde. „Ich denke das ist eine Erleichterung für jeden, der da mitgerungen hat in der Diözese Augsburg.“ Wie die gefundene Lösung konkret vor Ort aussehe, müsse sich aber erst noch zeigen.

    Walter Kaminski, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Peterswörth, ist dagegen eher skeptisch, ob es sich hier tatsächlich um den großen Wurf handelt. „Die Tendenz ist doch weiterhin, dass alles über kurz oder lang in großen Einheiten verschmolzen werden soll. Da spricht man immer von Zusammenwachsen. Das hört sich schön an. Aber was nicht zusammenwächst, soll zusammengelegt werden.“ Daneben ist für ihn die Gretchenfrage vor allem, ob die neue Regelung mit der Wahl der Pfarrgemeinderäte nur für das Jahr 2014 oder auch noch darüber hinaus gelten soll. „Wenn dem nicht so ist, dann muss ich ganz nüchtern feststellen, bleibt im Prinzip alles genau bei der Vorgabe aus der pastoralen Raumplanung.“ Was Kaminski, der sich seit 40 Jahren in Pfarrgemeinderäten engagiert, aber vor allem sauer aufstößt, ist die Auffassung des Bistums von Dialog. „Dialog heißt, miteinander reden ohne das Ergebnis vorwegzunehmen. Aber hier sehe ich keine Bereitschaft zum Dialog vorhanden.“

    An einen großen Wurf glaubt auch Franz Gerstmeir, Pfarrgemeinderatsvorsitzender in Lutzingen, noch nicht. „Ich glaube nicht, dass hier eine wesentliche Bewegung bei der Bistumsleitung erkennbar wird.“ Und er sehe weiterhin die Gefahr, dass der Pfarrgemeinderat zum Auslaufmodell werde und nur noch dass umsetzen müsse, was der Pastoralrat beschließe. „Was macht der Pastoralrat wirklich, wo sind seine Grenzen – das sind die Fragen, die jetzt erst einmal geklärt werden müssen“, sagt Gerstmeir.

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