Dillingen Johann Schneider aus Dillingen ist 67 Jahre alt und zählt sich zu den Urvätern der Anti-Atomkraftbewegung. Seit dessen Gründung auch Mitglied im Verein "FORUM, Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e. V." verteilte der gebürtige Glötter am vergangenen Samstagvormittag gegenüber dem Rathaus in der Dillinger Königstraße Infomaterial gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft und reihte sich in die Menschenkette ein.

Bundesweit fanden in rund 50 Kommunen solche Menschenketten statt. Sie wollen als Signal für den Atomausstieg verstanden werden, sagen die Initiatoren. Gleichzeitig sollte damit für die große zentrale Aktion geworben werden, die am Samstag, 24. April, stattfindet. An diesem Tag soll eine 120 Kilometer lange Aktions- und Menschenkette vom Pannenreaktor Krümmel über Hamburg zum Kernkraftwerk Brunsbüttel gebildet werden.
Sonderzug hält auch in Donauwörth
Der Zug fährt am 23. April um 23 Uhr in München ab, Zusteigemöglichkeiten sind in Augsburg (23.45 Uhr) sowie um 0.15 Uhr am 24. April in Donauwörth. Das "FORUM" verloste am Infostand in Dillingen zwei Tickets für diese Fahrt.
Stefan Bartels ist Lehrer am Dillinger Johann-Michael-Sailer-Gymnasium. Er nennt es "erstaunlich, wie wenig junge Leute heute über die Funktionsweise eines Atomkraftwerkes und die Strahlungsbelastung wissen". Zu seiner Schulzeit sei das Thema Bestandteil des Lehrplans gewesen. Heute werde es nur im Leistungskurs Physik behandelt. Den Pädagogen "stört am meisten die Milchmädchenrechnung vom billigen Atomstrom". Dabei habe man nur die reine Produktion ohne die Regelung der Endlagerung im Blick.
Irmgard Greck, langjährige Aktivistin gegen Atomkraft, fordert ein aktuelles Krebsregister für den Landkreis. Dies könne durch eine Verpflichtung der Ärzteschaft samt Bonuszahlung durch den Bayerischen Landtag geregelt werden. Damit könnte eine Basis für Vergleiche geschaffen werden, warum im Landkreis die Zahl der Krebstoten und die der leukämiekranken Kinder so hoch ist.
Der gebürtige Glötter Johann Schneider hat schon ein Ticket für den "Naturstrom-Bayern Express" gekauft und wird nach Brunsbüttel fahren. Er war vor über 20 Jahren auch schon bei der großen Menschenkette Neu-Ulm-Stuttgart dabei. Seine Motivation: "Niemand kann heute abschätzen, was einmal passieren kann. Für mich ist es besorgniserregend, dass das geplante größte Zwischenlager Deutschlands in Gundremmingen auch nach 10 000 Jahren noch gefährlich ist, wenn kein Endlager gefunden wird. Die Bedrohung bleibt, auch wenn das Kraftwerk selbst längst wieder abgebaut ist."
Buchungen für den "Naturstrom-Bayern Express" sind über www.atommuell-lager.de möglich.
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