Rain Die Maschinenbaufirma Drossbach in Rain hat Insolvenz angemeldet. 55 Arbeitnehmer stehen damit möglicherweise vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Derzeit laufen die Sondierungsgespräche mit möglichen Investoren.
Am 30. Januar dieses Jahres hat das Amtsgericht Nördlingen den Insolvenzantrag angenommen. Der Augsburger Rechtsanwalt Martin Hörmann wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. „Wir sind derzeit jeden Tag vor Ort“, sagt er gegenüber der Donauwörther Zeitung. Nach ersten Gesprächen mit der Geschäftsleitung und wichtigen Führungskräften seien die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert worden.
Auch die Gewerkschaft war schnell vor Ort. Christiane de Santana von der IG Metall aus Augsburg hat mit den Mitarbeitern Beratungsgespräche geführt.
Drossbach hat am Standort Rain eine lange Geschichte. 1919 wurde das Unternehmen gegründet und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer international agierenden Firma. Erst 2000 wurde eine neue Maschinenhalle eröffnet und fühlte sich als „Global Player“ gut für den Weltmarkt gerüstet. In den besten Jahren war Drossbach mit über 200 Mitarbeitern einer der drei großen Arbeitgeber in Rain.
Die Firma stellt Rohrleitungssystem für Abwasser, Drainagen und Kanäle her. Der Schwerpunkt liegt aber seit Jahren beim Maschinenbau für Rohre. Besonders stolz war man in Rain auf die größte Wellrohrmaschine, das System HD 1800, die Rohre mit einem Durchmesser bis zu 1,8 Meter produzierte. Diese Maschinen wurden vor allem für den amerikanischen Markt produziert.
Nach 93 Jahren Unternehmensgeschichte in Rain bleibt die Frage, wie es jetzt weitergeht. Laut Insolvenzverwalter Martin Hörmann hofft man auf einen finanzkräftigen Investor. Derzeit läuft der Betrieb ganz normal weiter, allerdings werde sich in den kommenden zwei Wochen Grundlegendes entscheiden. Eines sei klar: „Wir versuchen so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten“, sagt der Augsburger Anwalt.