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06. Februar 2012 12:51 Uhr

Lesung

Bischof Zdarsa sperrt Hans Maier aus

Affront Katholische Erziehergemeinschaft darf keine Lesung in kirchlichem Zentrum abhalten

Augsburg Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa löst nach der geplanten Bistumsreform erneut großen Unmut unter Schwabens Katholiken aus. Er untersagte der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG), eine Lesung im kirchlichen Veranstaltungszentrum Haus St. Ulrich in Augsburg zu veranstalten. Der ehemalige bayerische Kultusminister und langjährige Präsident des Zentralkomitees Deutscher Katholiken, Hans Maier, sollte dort zum 60-jährigen Bestehen der KEG Schwaben aus seiner Biografie vortragen. Die Erziehergemeinschaft hat eine neue Herberge für die Veranstaltung am 30. März gefunden: das evangelische Bildungs- und Begegnungszentrum Annahof in Augsburg.

Die Ausladung Hans Maiers trifft bei der KEG auf tiefes Unverständnis. Ein Insider spricht von einer „Zumutung“. Die KEG ist ein Zusammenschluss kirchlich engagierter Pädagogen aus allen Erziehungs- und Bildungsbereichen. In Schwaben hat die Vereinigung rund 3000 Mitglieder. Warum ausgerechnet engagierte Katholiken draußen bleiben sollen aus einem Veranstaltungszentrum, das für alle möglichen Vereinigungen und Parteien offen ist, versteht hier keiner.

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Hintergrund ist offensichtlich, dass Hans Maier, der als liberaler Katholik gilt, wegen seiner Unterstützung für die Schwangerenberatung Donum Vitae in konservativen Kreisen der Kirche umstritten ist. Auch der erzkonservative Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte Maier Auftritte in kirchlichen Häusern verboten. Dass nun auch Zdarsa diesen Weg geht, hätten viele für undenkbar gehalten. Bei der jüngsten Bezirksvorstandssitzung der KEG gab es großen Unmut über die Ausladung.

Die Erziehergemeinschaft wollte für die Lesung einen Saal im Haus St. Ulrich anmieten. Doch dann schrieb der Bischof einen Brief, in dem er bittet, „von dieser Veranstaltung abzusehen“. Zdarsa begründet die Ausladung allgemein mit „Irritationen“ um Maier. Er sei gehalten, „diese Bedenken ernst zu nehmen“, so Zdarsa. Das Schreiben überrascht auch deshalb, weil Hans Maier früher, zum Beispiel zu Zeiten Bischof Stimpfles, gern gesehener Gast im Haus St. Ulrich war.

Die Katholische Erziehergemeinschaft Schwaben gibt sich mit Zdarsas Begründung nicht zufrieden. Sie hat den Bischof in einem „deutlichen Brief“ um eine ausführliche Stellungnahme gebeten, erklärt die Vorsitzende Ursula Kiefersauer. Nun wartet die Vereinigung auf eine Antwort. „Wir bedauern den ganzen Vorgang sehr“, so Kiefersauer. Der KEG-Ehrenvorsitzende Hans Berkmüller sagt über die Entscheidung: „Ich bin nicht nur überrascht, sondern persönlich als Katholik sehr betroffen.“

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