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Personalie: Ein Fallschirmjäger verlässt das Gericht

Personalie

Ein Fallschirmjäger verlässt das Gericht

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    Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer (r.) verabschiedet Josef Binar.
    Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer (r.) verabschiedet Josef Binar. Foto: Foto: Brücken

    Neu-Ulm/Kissendorf Sein Ziel hat Josef Binar nur knapp verfehlt. Während seiner 46 Arbeitsjahre wollte er keinen Tag krankheitsbedingt fehlen. „Leider habe ich nur 45 Jahre durchgehalten, dann wurde ich schwerer krank“, sagt der Justizfachwirt, der nun nach knapp 30 Dienstjahren am Neu-Ulmer Amtsgericht in den Ruhestand verabschiedet wurde. Sein Geheimrezept für die lange und gute Gesundheit ist in den Augen des 65-Jährigen seine Zeit bei der Bundeswehr. „Meine Ausbildung zum Fallschirmjäger und meine zwölfjährige Laufbahn haben meinen Körper gestärkt.“

    Nach sechs Jahren und 72 Sprüngen als Fallschirmjäger entschied sich der Bibertaler, zu den Feldjägern zu gehen. Dort fuhr Binar unter anderem mit einem Motorrad an der Spitze von Eskorten. Nachdem er es bei der Bundeswehr bis zum Hauptfeldwebel gebracht hatte, wollte Josef Binar eigentlich eine Karriere als Berufssoldat einschlagen. Doch stattdessen entschied er sich, die Fachhochschulreife nachzuholen, um anschließend eine Ausbildung zum Justizfachwirt in Augsburg zu absolvieren. 1982, gleich nach seiner Ausbildung, kam er ans Amtsgericht in Neu-Ulm. Dort hatte er neben der normalen Tätigkeit eines Justizfachwirtes auch zwei besondere Aufgaben. Zum einen die Arbeit im örtlichen Personalrat, in den er nach vier Jahren gewählt wurde und wo er bis zu seiner Pensionierung tätig war. In dieser Zeit galt Binar als Pionier der Datenverarbeitung: So führte er in Neu-Ulm als einem der ersten Amtsgerichte in Bayern den Computer ein.

    2004 wurde Binar zudem in den Bezirkspersonalrat von Südbayern gewählt. „Das ist eine absolute Besonderheit“, sagt Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer. Josef Binar sei der erste Mitarbeiter des Neu-Ulmer Amtsgerichts, der je in diesem Gremium saß. In diesem Amt machte sich Binar für das Spitzenstellenkonzept stark, das es engagierten Mitarbeitern ermöglichen soll, eine höhere Laufbahn einzuschlagen, als es ihre ursprüngliche Qualifikationen zugelassen hätten. „Ich bin froh, dass wir dieses Prinzip nach langem Hin und Her Anfang dieses Jahres durchsetzen konnten“, sagt Binar.

    Immer ein offenes Ohr

    Zudem war er als Bezirkspersonalrat unter anderem für Versetzungen, Beförderungen und soziale Mitbestimmung zuständig. Dr. Karl Huber, Präsident des Oberlandesgerichts München sowie des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und damit höchster Repräsentant der Gerichtsbarkeit in Bayern, hatte laut Binar immer ein offenes Ohr für die sozialen Belange der Mitarbeiter und machte sich auch für sie stark.

    Josef Binars zweite besondere Aufgabe war die Betreuung der Fachhochschulpraktikanten. „Insgesamt hatten wir zwischen 80 und 100 Praktikanten, die bis auf eine Ausnahme auch sehr gut waren“, sagt er. Einer seiner Schützlinge hatte es tatsächlich gewagt, vor dem Gerichtsgebäude Drogen zu nehmen – was dann auch das prompte Ende seiner Karriere bedeutete. Insgesamt habe Josef Binar unter den Praktikanten als die „gute Seele“ des Amtsgerichtes gegolten, lobt Amtsgerichtsdirektor Mayer. Im Ruhestand möchte sich Josef Binar mehr um seinen Garten kümmern und intensiv Ahnenforschung betreiben.

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