Die Entschlossenheit der 13-köpfigen Ermittlungsgruppe bei der Polizeiinspektion Burgau ist groß. „Wir werden den Fahrer fassen“, kündigte Inspektionsleiter Stefan Müller gegenüber unserer Zeitung an. Anhand der Fahrzeugteile, die an der Unfallstelle in Rechbergreuthen zu finden sind, wurde schnell klar: Es handelte sich um einen Audi A3, von dem der 16-Jährige überrollt und getötet wurde.
Insgesamt 2315 Autos
Die Beamten ermittelten, dass es in den Landkreisen Günzburg, Dillingen und Augsburg 2315 Audis des entsprechenden Typs gibt. „In letzter Konsequenz hätten wir alle überprüft“, sagte Müller. Bei der Großfahndung kontrollierten die Beamten kreisförmig von der Unfallstelle ausgehend alle A3-Halter. Nach mehr als 100 Fahrzeugen stießen die Ermittler am Samstag gegen 16.30 Uhr schließlich auf den Wagen der 25-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis Günzburg. Damit stand „mit großer Wahrscheinlichkeit“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, auch der mutmaßliche Unfallfahrer fest: der 28-Jährige aus dem Landkreis Augsburg, der mit der 25-Jährigen unterwegs gewesen sein soll. „Die Ermittlungen haben ergeben, dass mit dem sichergestellten Pkw ein Überrollen der getöteten Person stattgefunden hat“, sagte der Polizeisprecher. Der Tatverdächtige hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort und unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Sein Führerschein wurde sichergestellt. Der 28-Jährige blieb aber auf freiem Fuß, ebenso die 25-Jährige.
Nicht bekannt ist, warum die beiden flüchteten. Ob bei dem Unfall möglicherweise Alkohol im Spiel war, dazu konnte die Polizei nichts sagen. Im 200-Seelendorf Rechbergreuthen herrscht Trauer und Fassungslosigkeit. (bv/ bo)