Wettenhausen Weihbischof Anton Losinger musste den Heimweg nach Augsburg hungrig antreten – ein Rundfunkteam wartete bereits auf ihn, als im Tagesheim der Imbiss serviert wurde. Das machte dem Weihbischof aber kaum etwas aus. Schließlich seien die Schülerinnen und Schüler des St.-Thomas-Gymnasiums und ihre Verköstigung das Wichtigste an diesem Tag, sagte Losinger gestern in Wettenhausen. Denn immerhin ist es ein Stück Zuhause für die Gymnasiasten, das er bei einem Pontifikalamt und einem Festakt im Schulgebäude einweihte. Ein Jahr lang wurde in Wettenhausen gebaut, entstanden ist ein komplett neuer Trakt in Passivhaus-Bauweise, der Klassenzimmer und Verwaltungsräume, aber vor allem das Tagesheim mit Mensa und Küche für die Schule enthält, die derzeit etwa 700 Schüler besuchen.
Der Platz im Altbau wird weiterhin dringend gebraucht
„2010 begannen die Planungen“, erinnerte Schulleiter Albert Reile in seiner Ansprache vor einer großen Zahl von Festgästen. Sei zunächst von einem einstöckigen Neubau die Rede gewesen, um das in die Jahre gekommene alte Tagesheim der Schule zu ersetzen, hätten sich die Planungen bald auf ein zweigeschossiges Gebäude konzentriert, das der Schule zusätzlichen Platz einräume. Doch der ist auch nach dem Bezug des Neubaus knapp, denn: „Bisher konnten unsere Musikgruppen die Räume hinter dem Kaisersaal im benachbarten Kloster nutzen. Doch mit Beginn der Dachstuhlsanierung ist das nicht mehr möglich.“ Die Schule will deshalb das alte Tagesheim für die Proben nutzen und Reile hofft, dass der fällige Abriss des alten Hauses noch länger auf sich warten lassen wird.
Ulrich Haaf, der Direktor des Schulwerks der Diözese, konnte da wenig Hoffnung machen. Eine Sanierung des Altbaus komme leider nicht infrage – „das würde mindestens die 700000 Euro kosten, die es für den Neubau aus dem Konjunkturpaket II gab. Die müssten dann nämlich zurückgezahlt werden“.
Der Altbau birgt viele Erinnerungen auch ehemaliger St.-Thomas-Schüler. Schwester Amanda, die Priorin des Wettenhauser Klosters, erzählte beim Festakt von Begebenheiten, die sie selbst als Internatsschülerin und später als Aufsicht im Tagesheim erlebte, Ministerialbeauftragter Hubert Lepperdinger berichtete, dass seine Mutter noch zu jenen Schülerinnen gehört hatte, die im Schlafsaal, dem jetzigen Kaisersaal, untergebracht waren.
Dass das St.-Thomas-Gymnasium ein musisches Gymnasium ist, bewiesen Schüler und Lehrer eindrucksvoll bei der Messe und dem anschließenden Festakt. Moderne und klassische Kirchenmusik erklang im Münster, Blasmusik begleitete den Zug von der Kirche zum Schulhaus, und auf der Bühne im Saal der Schule ging es mit Musik von Händel, Albrechtsberger und Gershwin, mit Tanz und einem szenischen Spiel weiter, bevor es im Speisesaal zu Tisch ging.