Dass zwischen Haldenwang und Konzenberg eine Römerstraße von Günzburg nach Augsburg verlief, ist zwar bekannt. In diesem Bereich wird derzeit für die neue Umgehungsstraße der Untergrund ausgetauscht. Am Mittwoch kamen dort, etwa 300 Meter nördlich von Haldenwang, aber Überreste der die neue Umgehung querenden, fast 2000 Jahre alten Verbindungsstraße zum Vorschein.
Anhand der verschiedenartigen Substanzen in dem dunklen Moorboden und der auffallenden Kiesschüttung bestünden keine Zweifel daran, dass es sich dabei tatsächlich um die besagte Römerstraße handle, sagte Kreisheimatpfleger Stephan Uano und Geschichtsforscher Thomas Schieche. Auch ältere Bürger können sich noch an die Überreste erinnern – in diesem Bereich wurde früher Torf gestochen, wobei man regelmäßig auf Reste der Trasse gestoßen sei. Bereits vor Baubeginn der Umgehung habe es Untersuchungen und Grabungen gegeben, begleitet vom Landesdenkmalamt, bei denen nichts gefunden wurde. Dennoch soll jetzt geklärt werden, was diese genau ergeben haben.
Die gefundenen Reste der alten Römerstraße zeugen von einer Breite von etwa siebeneinhalb Metern und dürften aus den 70er-Jahren des ersten Jahrhunderts nach Christi stammen. Am Mittwochnachmittag habe sich die einmalige und wohl auch letzte Gelegenheit geboten, diese noch ordentlich zu vermessen, wie Thomas Schieche meinte, bevor die Arbeiten an der Umgehungsstraße fortgesetzt wurden. Dennoch: Kreisheimatpfleger Stephan Uano sieht in diesem Fund zumindest ein weiteres Puzzleteil im Römerstraßennetz in unserer Region. Somit könne deren genauer Verlauf auch noch später lokalisiert werden.