Startseite
Icon Pfeil nach unten
Krumbach
Icon Pfeil nach unten
Günzburg
Icon Pfeil nach unten

Die Staatsanwaltschaft ermittelt: Discobetreibern droht Ärger von der Justiz

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Discobetreibern droht Ärger von der Justiz

  • |
  • |
  • |
    Die Günzburger Disco Arena hat geschlossen. Die Homepage im Internet zeigt nur noch dieses Bild.
    Die Günzburger Disco Arena hat geschlossen. Die Homepage im Internet zeigt nur noch dieses Bild.

    Günzburg Den beiden ehemaligen Geschäftsführern der Günzburger Diskothek „Arena“, Andrea Henkel und Roland Rottmann (bis 2011), droht Ungemach. Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai (Augsburg) bestätigte Informationen unserer Zeitung, dass gegen die 36-Jährige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Insolvenzdelikts läuft. Rottmann muss sich am 29. Mai vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung. Das teilte Roland Fink, Sprecher des Amtsgerichts in Strafangelegenheiten, auf Anfrage mit. Außerdem sollen mehrere Gläubiger gegen die Discobetreiber juristisch vorgehen. Sie wollen ihr Geld zurück.

    Das ist auch beim Eigentümer des Discogebäudes so, das seit Montag geschlossen ist. Am vergangenen Wochenende herrschte dort noch Betrieb. Der Immobilienbesitzer aus Berlin sitzt nach eigenen Angaben auf nicht beglichenen Mietrückständen von insgesamt 400000 Euro. „Selbstverständlich schenken wir das Geld nicht her“, sagte Christian Gau von der Firma „Fishman Holdings“ (Berlin), die die Immobilien im Auftrag des Eigentümers „Mivne Ta’Asyia“ betreut.

    Bei der Eröffnung des Tanztempels vor zwei Jahren hatte Thomas Scherak berichtet, dass die „Queen’s Gastronomie und Tanz GmbH“ drei Diskotheken selbst betreibe (Günzburg, Bad Grönenbach und Laupheim) und Beteiligungen an 34 Objekten in ganz Deutschland habe. Die „Arena“ in Bad Grönenbach ist seit mehr als einem halben Jahr geschlossen. Ende 2011 gab es Interessenten, die im dortigen Gewerbegebiet Thal eine Spielhalle eröffnen wollten. Um auf dieses Ansinnen reagieren zu können und Zeit zu gewinnen, erließ der Bad Grönenbacher Marktgemeinderat für alle drei Bebauungspläne im Gewerbegebiet eine Veränderungssperre. Die Kommunalpolitiker wollen diese Ansiedlung verhindern.

    Gleiches könnte in Günzburg passieren. Sowohl das Discogebäude als auch das benachbarte, ehemalige Schnellimbiss-Restaurant „max-y-mas“ stehen leer. Der Besitzer – in beiden Fällen die Berliner Gesellschaft „Mivne Ta’Asyia“ – suchen händeringend nach Nachmietern. Im Fall des „max-y-mas“ tun sie das seit mehr als zwei Jahren vergeblich.

    „Der UWB hatte vor einer solchen Entwicklung gewarnt. Doch wir sind ausgelacht worden“, sagte der Fraktionsvorsitzende des Unabhängigen Wählerblocks (UWB) Günzburg, Ferdinand Munk, am Mittwochabend bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung seiner Gruppierung. Damals wäre der Günzburger Investor Elmar B. J. Lutzenberger „mit der Tankstelle runtergegangen“, so Munk, „dann hätten wir heute einen Einheimischen dort“. Doch die Stadt veräußerte das Areal im Günztal an die Freiburger Firma Planrecht. In der Folge entstanden hier Total-Autohof, „max-y-mas“ und Diskothek. Lutzenberger etablierte in Deffingen jenseits der Autobahn seinen Shell-Autohof. „Nun ist zu befürchten, dass im Günztal aus allem einmal Ruinen werden. Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand“, übte Munk deutliche Kritik an der Stadt.

    Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hatte wenige Stunden vor der UWB-Versammlung die Schließung der Disco bedauert. „Es ist immer schade, wenn Einrichtungen schließen – insbesondere, wenn es sich um Angebote für Jugendliche handelt“, so der Rathauschef. Er sei der festen Überzeugung, dass die Kreisstadt ein solches Angebot braucht. Die Stadtverwaltung könne aber nur Rahmenbedingungen schaffen. Wegen der Lärm-, Anwohner- und Parkplatzproblematik sei die Stadt für die Ansiedlung der Disco im Gewerbegebiet Deffingen-Süd sehr dankbar gewesen, so Jauernig.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden