Bei einer bewegenden Abschiedsfeier für Roy Black in Augsburg brachte Thomas Gottschalk die Rolle und die Gratwanderung eines Stars auf den Punkt, gerade wenn er Mensch bleiben will:. „Als Gerhard Höllerich verstand er es, anderen Hoffnung und Mut zu machen. Obwohl er selbst ohne Hoffnung war. Als Roy Black hat er gestrahlt und wurde bewundert. Obwohl er selbst gelitten hat und voller Zweifel war. Mögen die beiden in der Ewigkeit zusammenfinden.“ Das war vor 25 Jahren. Die Urnenbeisetzung fand wenige Tage später im Oktober 1991 ganz im Stillen im Familiengrab in Straßberg statt. Doch Bobingens bekanntester Sohn blieb über viele Jahre hinweg ein Idol und Begriff.
Fans legen Blumengestecke nieder
Der große Rummel um Roy Black hat sich zwar gelegt, doch noch immer gedenken Fans an jedem Geburts- und Todestag seiner. Sie legen am Grab Blumengestecke nieder und treffen sich bei musikalischen Erinnerungsfeiern, die die Stadt Bobingen jedes Mal in der Singoldhalle ausrichtet. Diesmal wird es mehr Gesprächsstoff geben als zuletzt.
Am 9. Oktober jährt sich der Todestag des unvergessenen Sängers und Schauspielers nun schon zum 25. Mal. Anlass genug für ein Wochenende mit besonderen Veranstaltungen, bei denen eine noch immer stattliche Runde an Fans von Roy Black Erinnerungen austauscht und in seiner Musik schwelgt.
Sie kommen alljährlich aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz. Eine Dame sogar aus Japan, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den charismatischen Sänger in ihrer Heimat bekannt zu machen. Die meisten von ihnen verbindet ein besonderes Erlebnis mit Roy Black, einige haben ihn persönlich getroffen. Eine Verehrerin aus den Niederlanden erzählt gerne, dass es die Musik von Roy Black war, die sie aus dem Koma erwachen ließ.
Der erste Gang der auswärtigen Anhänger führt sie zum Grab des Sängers in Straßberg. Auch wer seinen bürgerlichen Namen - Gerd Höllerich - nicht kennt, findet das Grab leicht, denn es ist mit Rosen, Kerzen und Widmungen bedeckt.
Straßberg, der Ort seiner Kindheit
Zum festen Programm dieser Gedächtniswochenenden gehört auch das Treffen mit den Cannons, der Originalband von Roy Black, die ihn vom Karrierebeginn an begleitete. Günter Ortmann führt zu Orten, wo sich der Star aufhielt - etwa der Gemeindesaal von St. Moritz in Augsburg, wo der erste, für die Entdeckung entscheidende Auftritt stattfand. Oder nach Straßberg, wo der Sänger seine Kindheit verbrachte. Und unermüdlich berichtet der Gitarrist von seinen Erinnerungen an den Star, der eigentlich lieber Rockmusiker geworden wäre.
In diesem Jahr erwartet die Fans Einiges, was sie noch nicht gesehen haben, noch nicht wissen: Denn in einer Ausstellung werden erstmals Fotos und Erinnerungsstücke aus dem Nachlass von Roy Blacks Mutter sowie aus den Sammlungen der Familien Thiemann und Schwedes gezeigt.
Und eine weitere Premiere steht auf dem Programm, wenn der Film „Die Legende Roy Black“ vorgeführt wird. Die Dokumentation wurde vom österreichischen TV-Sender Melody TV produziert und hat in Bobingen Premiere. Offiziell wird der Film am gleichen Abend etwas zeitversetzt erstmals im Fernsehen zu sehen sein.
Im Anschluss daran präsentieren die „Cannons“ einen Gala-Abend, wo Kay Dörfel, der den Fans bereits vom Vorjahr her bekannt ist, mit seiner schmeichelnden Stimme Roy-Black-Flair aufkommen läßt.
Die Stadt Bobingen, die ihren prominenten Sohn bereits mit einer Straße, dem Gerd-Höllerich-Ring in Straßberg geehrt hat, wird dort nun ein Legendenschild anbringen, das kurze Auskunft über den Namensgeber erteilt.
Das Programm des Roy-Back-Wochenendes in Bobingen:
Samstag 8. Oktober in der Singoldhalle: 18.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Erinnerungen an Roy Black“ im Foyer
19 Uhr Filmpremiere „Die Legende Roy Black“
19.30 Uhr Gala-Abend mit den Cannons und Kay Dörfel
Sonntag, 9. Oktober:
9 Uhr Gottesdienst in der Hl. Kreuz-Kirche in Straßberg
anschließend Übergabe des Legendenschildes am Gerd-Höllerich-Ring
Veranstalter der Roy Black-Gala ist das Kulturamt der Stadt Bobingen. Informationen und Tickets für die Veranstaltung gibt es im Kulturamt unter: Telefon 08234-8002-36 oder www.bobingen.de . Tickets gibt es unter anderem bei den örtlichen Vorverkaufsstellen.