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Kontroverse Debatte zur Krumbacher Umgehung im Stadtsaal: „Ich will und kann die Straße nicht durchdrücken“

Kontroverse Debatte zur Krumbacher Umgehung im Stadtsaal

„Ich will und kann die Straße nicht durchdrücken“

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    Fakten, Fragen, Emotionen: Gut gefüllt war der Krumbacher Stadtsaal bei der Infoveranstaltung zum Thema Umgehung. Links mit Mikrofon Stefan Rinderer, einer der Referenten des Abends. Im Vordergrund rechts Dietmar Haas (Staatliches Bauamt), der die verschiedenen Trassenvarianten vorstellte. 
    Fakten, Fragen, Emotionen: Gut gefüllt war der Krumbacher Stadtsaal bei der Infoveranstaltung zum Thema Umgehung. Links mit Mikrofon Stefan Rinderer, einer der Referenten des Abends. Im Vordergrund rechts Dietmar Haas (Staatliches Bauamt), der die verschiedenen Trassenvarianten vorstellte.  Foto: Peter Bauer

    Krumbach Rund drei Stunden, prall gefüllt mit Zahlen, Fakten, Infos, vor allem am Ende die erwartete emotionale Diskussion: In der Veranstaltung zum Thema Südumgehung im Krumbacher Stadtsaal wurde am Dienstagabend deutlich, wie sehr das Thema die Krumbacher bewegt. „Ich will und kann diese Straße nicht durchdrücken“, betonte Bürgermeister Hubert Fischer zum Finale des Abends. Derzeit gehe es darum, dass alle Fakten auf den Tisch kommen, wohl im Jahr 2013 müsse es dann eine Entscheidung geben. Dann ist der Stadtrat gefordert. Fischer sagte aber auch, dass ein Bürgerentscheid „eine Möglichkeit sei“.

    Daten und Fakten wurden im Stadtsaal in Hülle und Fülle präsentiert. Zunächst von Verkehrsexperte Rainer Neumann vom Büro Modus Consult (Neu-Ulm), der insbesondere auch auf die Zahlen der Verkehrszählung im Jahr 2008 einging. Zweifel an den Zahlen wurden im Lauf des Abends in verschiedenen Diskussionsbeiträgen immer wieder geäußert. „Ich möchte eine Lanze für Modus Consult brechen“, sagte Wilhelm Weirather, Leiter des Staatlichen Bauamtes, dazu. Das Büro „ist für uns seit Jahrzehnten tätig“, man könne sich auf seine ausgezeichnete Arbeit stets verlassen.

    Am Ende der Debatte stand die Frage im Raum, ob Krumbach im Jahr 2025 denn einen Verkehrskollaps zu befürchten habe, wenn die Umgehung nicht komme. Es wäre kein Drama, aber das bereits jetzt vorhandene Negative würde sich weiter verschlechtern, sagte Neumann dazu. Der Experte verwies auf die städtebaulichen Planungen Krumbachs für die Karl-Mantel-Straße und die Verschönerung des Marktplatzes. Dies aber brauche ein „Entlastungsventil“.

    Im Lauf des Abends wurde aber auch deutlich, wie viele Bedenken es gegen eine Südumgehung gibt: Befürchtet werden unter anderem die Zerstörung einer intakten Landschaft, Lärmbelastung für Anlieger, eventuell auch negative Auswirkungen auf das Krumbad. Zudem sei die Entlastungswirkung nur begrenzt.

    Überdies sei im Gegensatz zu anderen verkehrsbelasteten Kommunen der „Leidensdruck“ der Krumbacher „noch nicht allzu groß“, wie es Stefan Rinderer formulierte. Er stellte die Ergebnisse eines interdisziplinären Seminars vor, in dem sich angehende Bauräte Gedanken zum Thema Südumgehung gemacht hatten.

    Einen Tag vor der Debatte im Stadtsaal hatte sich der Krumbacher Stadtrat bekanntlich mehrheitlich gegen eine frühzeitige Festlegung auf ein Ratsbegehren ausgesprochen und damit einen SPD-Antrag abgelehnt.

    Ein Ratsbegehren würde auf einen Ratsentscheid (de facto einen durch die Stadt initiierten Bürgerentscheid) hinauslaufen. Fischer hatte in der Infoversammlung aber auch gesagt, dass eine Entscheidung durch die Bürger eine Möglichkeit sei.

    Auch dann ist die Aufnahme noch nicht sicher

    Wenn es eine Chance auf Verwirklichung der Umgehung geben soll, dann muss Krumbach in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden. Will die Stadt das? 2013/2014 muss sich Krumbach entscheiden. Aber dann ist noch keineswegs sicher, ob der Bund Krumbach aufnimmt.

    Das geschieht in der Regel dann, wenn eine Stadt und ihre Bürger mit aller Entschiedenheit hinter einem solchen Projekt stehen. Danach sieht es in Krumbach allerdings nicht aus. Neben zahlreichen Befürwortern gibt es in der Bevölkerung offensichtlich auch viele skeptische Stimmen.

    In einer MN-Umfrage hatten sich rund 60 Prozent für eine Südumgehung ausgesprochen. Etwa 4200 Stimmen waren abgegeben worden.

    Zahlreiche Detailinfos zum Thema gibt es im Onlineauftritt der Stadt Krumbach. Über die verschiedenen Diskussionsbeiträge im Stadtsaal berichten wir ausführlich in der Donnerstagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten.

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