Mittwoch, 22. Mai 2013

03. Mai 2012 18:26 Uhr

Neue Einrichtung für Menschen mit Behinderung

Mit Kaffeeduft zurück ins Leben

Café Samocca in Augsburg: Ein Projekt des Ursberger Dominikus-Ringeisen-Werks Von Monika Leopold-miller

Augsburg/Ursberg Cafés do Brasil, Product of Honduras, Coffee of Colombia: Bereits ein flüchtiger Blick auf die Kaffeesäcke deutet die besondere internationale Atmosphäre im Augsburger Café Samocca an. Kaffees aus insgesamt neun Ländern werden hier frisch geröstet und serviert. Noch etwas ist außergewöhnlich: Im Café Samocca arbeiten acht Menschen mit Behinderung und ein Praktikant. Das Café im Augsburger Zentrum (Hermannstraße 8) wurde vom Ursberger Dominikus-Ringeisen-Werk eingerichtet.

Unter den Beschäftigten ist auch Mariya Adigüzel aus Augsburg, die aus der Türkei stammt. Sie hat bereits früher in einem Café in Augsburg gearbeitet, das jedoch inzwischen geschlossen hat. Vorübergehend fand sie dann eine Beschäftigung in der Behindertenwerkstatt des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg. Für diese Arbeit war die ausgebildete Bürokraft mit IHK-Abschluss jedoch überqualifiziert. Die Arbeit im Café Samocca gab ihr eine neue Lebensqualität. Servieren, die Kasse bedienen, Kaffee rösten und kochen: „Die Arbeit hier ist sehr abwechslungsreich“, erklärt Mariya. In einem rollierenden System übernehmen alle Mitarbeiter alle anfallenden Tätigkeiten. So backt Mariya beispielsweise Pfannkuchen, die mit Rindergulasch, Gemüseragout oder in der süßen Variante mit Beerenkompott serviert werden. Der Kaffee wird nicht nur für den Eigenbedarf geröstet, sondern auch verkauft. Selbst hergestellt werden auch besondere Schokoladenspezialitäten, zum Beispiel mit Ingwer und Zitrone.

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Mariyas Arbeitsplatz ist wie alle anderen sozialversicherungspflichtig. Darauf legen die Verantwortlichen besonderen Wert. Ziele sind die berufliche Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung. So wurden außerhalb der klassischen Werkstattarbeitsplätze kreative Arbeitsbereiche im hochwertigen Dienstleistungsbereich geschaffen. Und das in einer ganz besonderen Atmosphäre: „Nicht hektisch, sondern freundlich“, umschreibt es Denise Wiedemann. Die 33-Jährige kam 2010 ins Dominikus-Ringeisen-Werk. 2011 wurde die für den Cafébetrieb federführende GmbH gegründet, an deren Spitze sie nun als Geschäftsführerin steht.

Geboren ist Wiedemann in Halle an der Saale. Nach der Wende kam sie nach Westdeutschland und ließ sich mit ihren Eltern am Bodensee nieder. In Konstanz studierte sie Betriebswirtschaft. Nach dem Studium ging sie nach Alaska, wo sie für ein mittelständisches Unternehmen in der Elektrobranche eine Tochtergesellschaft aufbaute. Nach ihrem Wechsel zum Dominikus-Ringeisen-Werk wurde sie mit dem Aufbau des Cafés Samocca in Augsburg betraut. Auf ihre weiteren Pläne angesprochen, gerät Denise Wiedemann ins Schwärmen.

„Ab Juni gibt es hier bei uns erste Konzerte, Lesungen und Ausstellungen.“ Denkbar sei es, künftig noch weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

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