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08. Februar 2012 12:11 Uhr

Bildungstag

Die Kirche muss im Dorf bleiben

Katholischer Frauenbund im Bezirk Landsberg trifft sich in Unterdießen. Thema: glauben – leben – gestalten

Modern und zukunftsorientiert tauschten sich die Frauen des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Unterdießen aus.
Foto: Susanne Schmidt-Tesch

Unterdießen Unter dem Titel „glauben – leben – gestalten“ trafen sich Verantwortliche des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) und alle interessierten Frauen zu einem Bildungstag. Auch der Bezirk Landsberg lud die Vorstandschaft aus den acht Zweigverbänden nach Unterdießen ins Pfarrheim ein. Die 16 Frauen setzten sich intensiv mit der Frage auseinander, wie sie sich in einer wandelnden Gesellschaft aktiv in die Kirche einbringen können. Sorge bereitete den Frauen die pastorale Raumplanung 2025. Wie kann Geborgenheit und Kommunikation in der Gemeinde erhalten bleiben, wenn die Kirche sich immer weiter aus dem Dorf entfernt? Was passiert, wenn der Pfarrgemeinderat nicht mehr gewählt wird? Gerade die gelebte Gemeinschaft, das gemeinsame Engagement und die Zusammenarbeit sind den Frauen wichtig, wie sie sagten.

Sie wünschen sich, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird, auch vonseiten der Pfarrer, dem Bischof und anderen geistlichen Würdenträgern. „Die Kirche muss im Dorf bleiben“, sagten sie und sie muss offen bleiben für die Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Kreszentia Vogel, die gemeinsam mit Karin Egger Bezirksvorsitzende von Landsberg ist, könnte sich sogar eine Diakonin in der Pfarrei vorstellen. Bildungsreferentin Margit Uhr hatte den Frauen geschichtliche Aspekte aus der christlichen Urkirche vorgestellt, insbesondere die Figur der Phoebe, die Paulus als Diakonin von Kenchrea bezeichnete. Auch das zweite Vatikanische Konzil und die damit verbundene Würzburger Synode besprach die Frauenrunde.

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Frauen wünschen sich mehr Gleichberechtigung

An dem Vormittag wurde deutlich, dass die katholischen Frauen sich durchaus mehr Gleichberechtigung in den Ämtern wünschen und gemeinsam mit den Männern Kirche gestalten wollen. Susanne Bernheim aus dem Führungsteam des Diözesanverbandes Augsburg vom KDFB versprach die erarbeiteten Anregungen und Wünsche mit zum Augsburger Bischof zu nehmen. „Was Sie hier erarbeitet haben, ist nicht verloren“, versicherte sie. Kreszentia Vogel betonte mit einem Zitat von Dr. Ursula Schell, geistliche Beirätin der Diözese Augsburg, die Bedeutung der Frauen in der katholischen Kirche: „Gott und die Kirche brauchen Euch und Euer Gesicht und Ihr seid so richtig wie Ihr seid!“. Referentin Uhr ermutigte die Teilnehmerinnen, sich gegenseitig zu stärken und vorhandene Möglichkeiten zu nutzen sowie neue zu suchen. Sie zeigte, wie sich der Frauenbund über diverse Gremien und die verschiedenen Hierarchieebenen aktiv in die Kirchengestaltung einbringen kann. Sie regte an, sich bei Bedarf eine geistliche Beirätin zur Unterstützung bei der Gemeindearbeit zu suchen.

Im Anschluss an den Bildungstag fand noch die Bezirkskonferenz statt. Diözesanvorsitzende Susanne Bernheim leitete die Versammlung unter dem Motto „Frauen ins Internet“. Vor allem Frauen ab der Lebensmitte machte sie Lust darauf, das Internet zu nutzen und die Vorteile für sich zu erkennen. (sst)

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