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PG Lechrain: Jede ist eine Perle

PG Lechrain

Jede ist eine Perle

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    Organisatorin Erika Karl (links) und Maria-Anna Immerz.
    Organisatorin Erika Karl (links) und Maria-Anna Immerz. Foto: Gisela Klöck

    Lechrain Alle Jahre wieder starten aus der Pfarreiengemeinschaft (PG) Lechrain zwei Busse Richtung St. Ottilien. Erika Karl organisiert den Fraueneinkehrtag, eine Auszeit für 80 Frauen unterschiedlichen Alters. Dieses Mal kam dazu Pastoralreferentin Maria-Anna Immerz aus Augsburg. Sie sprach zum Thema: „Unser Leben gut in Form halten“.

    Man sage oft: „Ich bin ganz durcheinander, ich komm’ nicht mehr auf den Punkt.“ Krankheiten, wie das Burnout-Syndrom, könnten ins Leben treten und es sei hilfreich, sich im Alltag wieder zu finden und sich an Ritualen festhalten zu können, so Immerz: „Rituale sind keine Heilmittel für Krankheit oder Schicksale, sehr wohl aber Stütze und seelische Entlastung.“ Mit dem Bild „Frau mit Rad“ von Max Hunziger brachte sie die Frauen zum Nachdenken. Sätze wie: „Man fühlt sich gerädert – was macht das Rad des Alltags mit mir?“ fielen.

    Mit dem Bild „Narr vor dem Spiegel“ von Sieger Köder zeigte die Referentin auf, dass man sich oft eine Fassade aufsetze und sage: „Passt schon“. Aber: Wo darf man ehrlich sein? Muss man immer gute Miene zum bösen Spiel machen? Anhand eines Jahreskalenders konnten die Frauen „Ritual-Tage“ benennen und sich fragen: „Wo tickt unser Kalender gleich?“ Tage wie Weihnachten, Ostern und Muttertag wurden genannt. An Weihnachten haben die meisten eine Gemeinsamkeit, hier pflegen die Familien meist die gleichen Rituale. Danach „verläuft sich“ meist alles wieder. Zu den Tagen, an denen Frauen „gleich ticken“, gehörten auch Karfreitag und Allerheiligen.

    Rituale stützen Traditionen

    „Rituale stützen auch die Tradition“, so Immerz. Das Zubettbringen (Oma oder Mama) der kleinen Kinder gehören dazu, und das Vorlesen von Märchen, die gut ausgehen. Dieses Ritual gebe Sicherheit, das Kind spüre, jemand begleitet es in die Nacht. Beim Älterwerden der Kinder einen „Punkt“ zu setzen, diese Zeit abzuschließen, sei wichtig. Und auch, den Angehörigen von Verstorbenen zu kondolieren, dann wisse man nachher „wie man tut“, so die Referentin. Ein klarer Ablauf bei einer Beerdigung schaffe Sicherheit, reduziere Angst, ermögliche kontrollierten Umgang mit Emotionen und schaffe Ordnung in der Tiefenschicht. Auch die soziale Funktion und die spirituelle Dimension seien wichtig. „Alles zur richtigen Zeit, so überspringen wir etwas, wenn wir in der Fastenzeit schon Osterlämmer und gefärbte Eier essen.“ Aufmerksam hatten die Frauen den Ausführungen gelauscht, die Immerz mit den Worten: „Da Herrgott an guada Ma sei lassa“ schloss. „Vielleicht brauchen wir immer wieder etwas, was uns erinnert“, meinte sie noch und jede Frau bekam von ihr eine Perle. „Jede ist wertvoll und etwas Besonders.“ (klö)

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