Sonntag, 20. August 2017

Landsberg

05. April 2017 16:01 Uhr

Verkehr

Prittrichinger wollen keine Osttangente

In der Bürgerversammlung kommt ein Projekt zur Sprache, um das es ruhig geworden ist. Kritik auch an Straßenausbaubeiträgen. Von Walter Herzog

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Vor allem im Landkreis Aichach-Friedberg haben die Bürger in der Vergangenheit gegen die Pläne zum Bau einer Augsburger Osttangente mobil gemacht. Auch in Prittriching stoßen die vagen Pläne auf Widerstand.
Foto: Peter Kleist

Ruhig geworden ist es um ein Thema, das noch vor gut eineinhalb Jahren die Gemüter der Bürger bewegt hat. Auch der Gemeinderat Prittriching hatte sich seinerzeit damit beschäftigt: die geplante Osttangente der A8. Sie soll nach den Plänen des Staatlichen Bauamtes Augsburg von der A8 bei Derching in südlicher Richtung verlaufen und auf Höhe Merings, nördlich des Mandichosees, über den Lech führen, um südlich an Königsbrunn vorbei bei Oberottmarshausen an die B17 anzuschließen. Die geplante Osttangente sorgte in der Bürgerversammlung in Prittriching nun wieder für Gesprächsstoff.

„Da hört man nichts mehr“, sagte ein Bürger und äußerte seine Bedenken dahingehend, dass – wer nichts unternimmt – am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt werde. Denn für Unruhe sorgt in Prittriching noch immer die sogenannte „Ulrichs-Variante“. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Volker Ullrich brachte 2015 eine Variante ins Spiel, die von Mering aus westlich an Unterbergen in Richtung Prittriching vorbeiführen soll, den Lech südlich der Staustufe 22 quert, um dann bei Graben in die B17 zu münden. Dieser Straßenverlauf würde die Gemarkung Prittriching erheblich tangieren. Die Augsburger Osttangente ist im Bundesverkehrswegeplan verzeichnet, der bis ins Jahr 2030 geht.

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In der Bürgerversammlung sagte Bürgermeister Peter Ditsch nun, dass das Thema im Gemeinderat behandelt worden sei und dass man sich mit den Gemeinden Merching, Steindorf und Schmiechen ins Einvernehmen gesetzt habe. In einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister habe man mit Nachdruck dargelegt, dass stärkster Widerstand geleistet werde, wenn die „Ullrichsvariante“ überhaupt nur angedacht werde. „Wir sind für eine sachlich, vernünftige Lösung und nicht für eine politisch unvernünftige“, sagte Ditsch.

Ein weiterer Bürger hakte in der Sache nach und forderte – um ein klares Signal zu senden – eine Abstimmung in der Versammlung. Sein Ansinnen sei es, dass die Gemeinde alles unternehmen werde, damit die Osttangente nicht zwischen Unterbergen und Prittriching geführt werde. Der Bürgermeister ließ abstimmen und die Teilnehmer der Bürgerversammlung unterstützten den Antrag einhellig.

Angesprochen wurden daneben auch Themen zum Straßenausbau und den viel diskutierten Straßenausbaubeiträgen. So wollte ein Redner wissen, weshalb in der Birkenstraße eine weiße Markierung als Gehweg reiche, dagegen in der Leitenbergstraße ein Gehsteig entstehen solle. Dies begründete Ditsch mit dem Hinweis, dass es sich in der Leitenbergstraße im Zuge der Erneuerung des Ortskerns um einen Vollausbau handle, der für die nächsten Jahrzehnte vorhalten werde. In der Birkenstraße dagegen habe man nach einer kostengünstigen Lösung gesucht. Dort sei ein Vollausbau erst dann vorgesehen, wenn ein Baugebiet erschlossen werde. In einem weiteren Redebeitrag machte ein Bürger seinem Unmut über die Straßenausbaubeiträge Luft. „Es gibt Leute in Burching, die zahlen nie, und es gibt Leute, die zahlen immer“, war seine Ansage und sprach dabei von Ungerechtigkeiten. Aus seiner Sicht seien wiederkehrende Beiträge gerechter. Dazu hatte der Bürgermeister eine andere Sicht der Dinge. „Wiederkehrende Beiträge sind auf Dauer ungerechter“, so die Zusammenfassung seiner Argumentation. In der Sache selbst wird sich der Gemeinderat heute mit der Thematik befassen. Da steht die Neufassung der Straßenausbaubeitragssatzung auf der Tagesordnung.

Ansonsten lieferte Bürgermeister Peter Ditsch einen umfassenden Rechenschaftsbericht ab. Von A wie Asyl bis zu W wie Wasserversorgung listete er eine lange Reihe von Themen, gab jeweils einen kurzen Sachstand und begründete dazu auch Kostensteigerung, wie es beispielsweise bei der Sanierung der Alten Schule in Winkel mit dem Anbau für die Feuerwehr oder auch der Erneuerung der EDV-Anlage in der Grundschule (LT berichtete) der Fall war. Zum letztgenannten Punkt sprach Rektorin Angelika Dott zur Notwendigkeit der neuen EDV-Ausstattung und gab mit ihrem Kurzvortrag auch einen informativen Einblick in das aktive Schulleben.

Mit der Erschließung des Baugebietes Leitenberg I, der Neugestaltung des Dorfkerns und der anstehenden Rathaussanierung richtete Ditsch den Blick auf die großen anstehenden Projekte der Gemeinde.

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