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Am Freitag feierte Libyen den ersten Jahrestag des Beginns der Revolution mit Gedenkveranstaltungen, Feuerwerk und Hupkonzerten. Aber in Wahrheit gibt es wenig zu feiern. Kommentar von Winfried Züfle

Seit dem Tod von Machthaber Gaddafi vor vier Monaten ist der Aufbau eines neuen Staates nicht vorangekommen. Noch immer üben vielerorts regionale Milizen, die zudem untereinander zerstritten sind, die Macht aus. Den Menschen fehlt es an Brot und Arbeit. Jetzt will die Regierung zwar allen Familien umgerechnet rund 1200 Euro zukommen lassen. Das mag für den Moment zur Linderung der allergrößten Not beitragen. Aber Aufbau sieht anders aus.
Dubios ist auch weiterhin die Rolle des Nationalen Übergangsrats mit Mustafa Abdel Dschalil an der Spitze. Ihm wird vorgeworfen, diktatorisch zu entscheiden – während er auf der anderen Seite das Land nicht unter Kontrolle hat.
Viele Hoffnungen richten sich auf die angekündigten Wahlen zur Nationalversammlung, die bis zum 23. Juni stattfinden sollen. Ob es danach aufwärts geht? Dass die Bürger von Misrata jetzt darangehen, demokratische Strukturen aufzubauen – das ist eines der leider wenigen Beispiele, die Mut machen.
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