Neigte man hierzulande über Jahrzehnte dazu, den Staatsfeind eher im linksradikalen Spektrum zu suchen, müsste man sich dann mit dem Gedanken befassen, dass es auch organisierten rechtsextremistischen Terror gibt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Polizistinnen-Mord von Heilbronn und die neun „Döner-Morde“ von einer Neonazi-Gruppierung begangen wurden. Eine rechtsextremistische Gruppe, die durch Deutschland zieht und wahllos Ausländer und eine Polizistin erschießt – was bisher wie eine Horrorvision klang, könnte grauenhafte Realität werden: Rechtsextremisten, die – wie beispielsweise der norwegische Attentäter Anders Breivik – systematisch Verbrechen begehen, um Schrecken zu verbreiten und den Staat zu schädigen.
Wenn sich der Verdacht bestätigt. Noch ist alles undurchsichtig. Es gibt Fragen. Wie konnten zwei bekannte, gewaltbereite Neonazis für Jahre untertauchen? Warum bringen sich zwei eiskalte Killer nach einem Banküberfall selbst um? Spielte der Verfassungsschutz eine Rolle? Das Verbot der rechtsextremistischen NPD scheiterte daran, dass die Partei von V-Leuten unterwandert war. Jetzt gilt es, exakte Aufklärung zu betreiben.