Es herrscht dicke Luft in der Staudengemeinde Langenneufnach. Die geplante Unterkunft für Asylbewerber in der Ortsmitte beunruhigt viele Bürger. Bei der Informationsveranstaltung am Dienstagabend war allerdings mit Händen zu greifen, dass viele dieser Sorgen nicht auf Fakten beruhen, sondern auf Mutmaßungen, Phantasien, auf Gedankenspielen über die schlimmsten Fälle, die eintreten könnten.
Das ist menschlich, und deshalb darf man dies nicht einfach vom Tisch wischen. Schade, dass die Behördenvertreter zur wichtigsten Frage der Bürger – welche Asylbewerber werden in den Ort kommen? – keine klare Antwort geben konnten. Man spürte: Familien, auch aus exotischen Ländern, würden den Menschen in Langenneufnach weit weniger Angst machen als alleinstehende, junge Männer.
Energisch muss man allerdings jenen Trittbrettfahrern aus der rechten Ecke entgegentreten, die diese Sorgen nutzen, um darauf ihr politisches Süppchen zu kochen. Sie vermengen Asylbewerber in den Stauden mit Ausländerkriminalität in München – und wollen sich so zu Fürsprechern der Bürger stilisieren. Die sind nur an Langenneufnach interessiert, solange sie hier Stimmung machen und Stimmen sammeln können.
Die Bürger im Ort werden hier noch lange zusammen leben. Deshalb sollten nach der emotionalen Aussprache alle tief durchatmen. Bürgermeister und Gemeinderat wurden hart kritisiert – doch sie haben es nicht in der Hand, ob Asylbewerber nach Langenneufnach kommen. Sie haben bisher bewiesen, dass sie sich mit Augenmaß für ihren Ort einsetzen – und sie werden es weiter tun. Das sollten alle Bürger honorieren, auch durch einen angemessenen Umgangston.