Kostenlos verteilen sie Ausgaben des Koran – dies geschieht nicht ohne Hintergedanken. Die Aktion radikalislamischer Salafisten in Deutschland ist knallhart mit der Absicht verbunden, ein immer noch christlich geprägtes Land in ihrem Sinne zu missionieren.
Doch das ist kein Grund, die Aktion zu verbieten. Wenn tatsächlich unkommentierte Originalausgaben des Koran verschenkt werden, dann handelt es sich dabei um jenes religiöse Buch, das auch den vielen friedlichen Muslimen in Deutschland als Grundlage ihres Glaubens dient.
Andererseits besteht dringender Bedarf, über das Treiben der Salafisten aufzuklären. Sie sind gewiss nicht alle Terroristen. Aber in ihren Kreisen bewegen sich Hassprediger, die zum „Heiligen Krieg“ aufrufen. Der Mörder von Toulouse, der vor kurzem Soldaten sowie jüdische Kinder und einen Lehrer erschoss, hatte Kontakt zu Salafisten. Der Schritt vom religiösen Eifer zum Terrorismus ist in diesem Umfeld zumindest möglich.
Deswegen ist es gut, wenn die deutschen Geheimdienste diese Gruppierung genauestens unter die Lupe nehmen. Sollte sich zeigen, dass verfassungsfeindliche Ziele verfolgt werden, müssen salafistische Organisationen konsequent verboten werden. Eine Förderung des Terrorismus unter dem Mantel der Religionsfreiheit darf niemals toleriert werden.